Neuer Anleger steht fest: Flensburger E-Fähre „Autognom“ soll an der Harniskaispitze halten
Nach jahrelanger Planung ist der Standort für den östlichen Anleger der autonomen Elektro-Fähre in Flensburg bestimmt worden. Sobald der Finanzausschuss zustimmt, kann der Bau beginnen.
Anleger am Ost- und Westufer
Der West-Anleger der E-Fähre ist bereits seit vergangenem Jahr ausgemacht: Die „Autognom“ soll am Anleger nahe dem Renate-Delfs-Platz halten. Dieser war ursprünglich für das Fahrgastschiff „Flora II“ vorgesehen, dessen Fährbetrieb jedoch vor einigen Jahren eingestellt wurde. Damit die E-Fähre an der Promenade am West-Ufer anlegen und ihren Akku laden kann, muss der Steg für 170.000 Euro angepasst werden. Das Geld stammt aus verbliebenen Fördermitteln des Promenadenbaus.
Auch die Kosten von 380.000 Euro für den Anleger an der Harniskaispitze, einst der Zollanleger, sind im Wirtschaftsplan der Stadt bereits hinterlegt. Davon fließen 200.000 Euro aus dem Bundesförderprogramm „Smarte Grenzregion zwischen den Meeren“ und die verbleibenden 180.000 Euro aus dem Sondervermögen „Kommunale Immobilien“. Der Stadt entstehen lediglich Folgekosten in Höhe von 18.000 Euro jährlich bei einer Nutzungsdauer von 20 Jahren.
Fehlende Pläne verzögerten die Entscheidung
Seit Jahren diskutiert Flensburgs Lokalpolitik über Route und Anleger der „Autognom“, wobei die Harniskaispitze schon lange als Kandidat für den Ost-Anleger kursiert. Dass die Entscheidung erst jetzt fällt, liegt an einem Problem: Ursprünglich wollte die Stadt die Pfähle des alten Zollanlegers nutzen, jedoch fehlen im Archiv die Bestandspläne. Da die Stadt die Statik des Anlegers somit nicht sicher prüfen konnte, müssen die Pfähle gezogen und neu gerammt werden. Gibt der Finanzausschuss die Kosten von 380.000 Euro frei, kann und soll der Bau an der Harniskaispitze umgehend beginnen.
Vollautonomer Linienbetrieb für 2027 geplant
Bei der „Autognom“ handelt es sich um einen 10,50 Meter langen und 4,50 Meter breiten Elektro-Katamaran. Das Schiff bietet Platz für zwölf Passagiere sowie drei Fahrräder und könnte nach der Freigabe bald den Fährbetrieb aufnehmen, vorausgesetzt, es hat sich beim bemannten Probebetrieb bewährt. Zunächst soll die Fähre zu Probefahrten mit einem Schiffsführer an Bord auslaufen. Der reguläre, vollautonome Linienbetrieb ist für 2027 geplant. Verläuft das Projekt erfolgreich, folgen womöglich weitere Anleger im Innenhafen und in Sonwik.