Dreier-Tausch und Infrastrukturausbau: Cuxhavener Hafen steht vor umfassender Neugestaltung
Bei einer Informationsveranstaltung in Cuxhaven wurden die Pläne für den künftigen Ausbau des Fährhafens vorgestellt. Ein geplanter Flächentausch zwischen Behörden, Land und Stadt soll Platz für neue Bauhöfe und touristische Projekte schaffen.
Über 120 Gäste verfolgten die Veranstaltung im Havenhostel, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Vorsitzender des Nautischen Vereins Arne Ehlers eröffnete den Abend mit dem Hinweis, Cuxhaven erlebe derzeit „eine ziemlich einzigartige Entwicklung, die bundesweit und international Beachtung findet“. Ehlers hob die geografischen Vorteile hervor: Anders als andere Häfen könne sich Cuxhaven entlang der Elbe nach Osten ausdehnen und besitze einen direkten Autobahnanschluss. Durch die Nordsee-Windkraftprojekte rücke die Stadt „auf einmal in eine Poleposition“. Zudem bewertete er die Finanzierung der Liegeplätze 5 bis 7 aus Landes-, Bundes- und Privatmitteln als bundesweit einmaliges Modell.
Pläne für den Dreier-Tausch im Fährhafen
Den größten Redeanteil zum Fährhafen übernahm Knut Kokkelink, Niederlassungsleiter von Niedersachsen Ports in Cuxhaven. Anlass der Umplanung ist, dass das neue Mehrzweckschiff Neuwerk nicht mehr an den bisherigen Liegeplatz passt und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt mehr Fläche benötigt. Gelöst werden soll dies durch einen Dreier-Tausch: Das WSA erhält die ungenutzte Fläche im Fährhafen für seinen neuen Bauhof. Niedersachsen Ports wird dafür enteignet, erhält als Ausgleich den alten Bauhafen bei der Kugelbake und tauscht diesen mit der Stadt gegen hafennahe Flächen für die touristische Entwicklung. Geplant sind Liegeplätze für den Neubau der „Neuwerk“, den Seenotretter, ein Gastschiff sowie ein öffentlicher Weg mit Aussichtspunkt und drei Pavillons. Der Damm soll von derzeit plus vier auf etwa plus zehn Meter erhöht werden.Alternativstandorten im östlichen Fährhafen oder Amerikahafen erteilte Kokkelink eine Absage, da die östliche Fläche zu klein und bei Hochwasser nicht zuverlässig erreichbar sei. Auch Befürchtungen, der höhere Damm gefährde den Hochwasserschutz, widersprach er. Die genaue Gestaltung der Wegekreuzung für Fahrzeug-, Fußgänger- und Radverkehr ist noch offen.
Perspektive des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes
Alexander Isheim vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Cuxhaven erläuterte, dass der Cuxhavener Bauhof im Vergleich mit anderen Standorten „der allerkleinste im Ist-Zustand“ sei. Benötigt werde eine Fläche von 80 mal 300 Metern für Havariegeräte, Fahrwassertonnen und Spezialschiffe. Für ein neues Betriebsgebäude am Alten Hafen stehen laut Isheim 72 Millionen Euro im Bundeshaushalt 2027 bereit.Bezüglich des Zeitplans rechnet Kokkelink erst für 2029 oder 2030 mit einer Genehmigung. Die Bauzeit schätzt er auf drei bis dreieinhalb Jahre, wobei überwiegend von der Wasserseite aus gebaut werden soll. Das offizielle Planfeststellungsverfahren samt obligatorischer strömungstechnischer Untersuchung steht noch aus.