Auszeichnung in Aachen: Klimajuristin Roda Verheyen erhält Deutschen Umweltpreis
Die Hamburger Anwältin Roda Verheyen wurde für ihren Einsatz für Klimagerechtigkeit geehrt. Sie teilt sich das Preisgeld von 500.000 Euro mit einem Ingenieur.
Wie die Tagesschau meldet, überreichte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Auszeichnung. Das Recht sei dazu da, Menschen und Umwelt zu schützen, so Verheyen. Die Anwältin, die seit Kindertagen in Hamburg lebt, befasst sich schon ihr ganzes Berufsleben mit dem Klimawandel. Sie vertritt Betroffene vor Gericht – besonders solche aus dem globalen Süden.
Klage gegen Energiekonzern
Im Jahr 2015 zog sie gegen RWE vor Gericht. Der Energiekonzern habe mit seinen CO2-Emissionen dazu beigetragen, dass die Heimatstadt ihres Mandanten, ein Bauer aus Peru, jetzt von einer Gletscherschmelze betroffen sei. Nach zehn Jahren Prozess unterlag sie zwar vor Gericht. Das zeigt dennoch, dass große Emittenten für die Folgen des Klimawandels haftbar sein können.Debatte und Erfolge vor Gericht
Klagen wie diese sind durchaus umstritten. Kritikerinnen und Kritiker sagen, über Klimaschutz müsse in den Parlamenten entschieden werden – nicht vor Gericht. Aber Verheyen hat damit Erfolg. Im Jahr 2021 erklärte das Bundesverfassungsgericht das Klimaschutzgesetz der Bundesregierung für ungültig. Deutschland müsse das Klima noch stärker schützen. Die Bundesstiftung Umwelt würdigt das als „Pionierarbeit“.Das Preisgeld beträgt eine halbe Million Euro. Verheyen teilt sich die Summe mit einem Membranfilter-Ingenieur aus der Nähe von Aachen.