Umweltverbände fordern deutlich mehr Schutzzonen im Wattenmeer
BUND und NABU halten das vorgelegte Flächenkonzept für den Nationalpark Wattenmeer für unzureichend. Sie sprechen sich für die Freistellung von mehr als der Hälfte der Fläche aus und fordern Unterstützung für die Fischerei.
Mehr Schutzräume für Fische? Solange noch genug Krabben für mich abfallen.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Die Naturschutzorganisationen BUND und NABU begrüßen grundsätzlich den vom Land initiierten Fischereidialog sowie die Ausweisung fischereifreier Abschnitte im Nationalpark Wattenmeer. Das vorgelegte Flächenkonzept bewerten die Verbände jedoch als unzureichend, da Lage und Zuschnitt der Gebiete eine Regeneration der geschädigten Meeresboden-Lebensgemeinschaften nicht ermöglichten. Neben einer deutlichen Ausweitung der Schutzzonen fordern sie begleitende Hilfen für die betroffenen Fischereibetriebe. Wie die Nordsee-Zeitung berichtet, sehen BUND und NABU das bisherige Konzept lediglich als einen ersten Schritt. Der Fischereidialog müsse fortgesetzt werden, mit dem Ziel, mittelfristig mehr als die Hälfte des Nationalparks nutzungsfrei zu entwickeln. Nur ausreichend große und ökologisch geeignete Rückzugsräume könnten dazu beitragen, die Artenvielfalt zu stärken und das Ökosystem gegenüber den Folgen des Klimawandels widerstandsfähiger zu machen.
Hilfen für den Wandel der Fischerei gefordert
Eine zukunftsfähige Fischerei im Wattenmeer ist nach Einschätzung der Verbände nur möglich, wenn sich der ökologische Zustand des Küstenmeeres wirksam verbessert. Gleichzeitig benötigten die betroffenen Fischereibetriebe Unterstützung bei der Transformation. Bund und Land sollten Betriebe und Regionen gezielt fördern, etwa durch umweltverträglichere Fanggeräte und Direktvermarktung, durch Hilfen für Diversifizierung und Umschulung sowie durch Abwrackprogramme.
Kritik am aktuellen Flächenkonzept
Zu dem vorgeschlagenen Konzept äußerten sich die Naturschutz-Organisationen direkt: „Wir begrüßen den vom Land angestoßenen Fischereidialog und die Ausweisung fischereifreier Zonen im Nationalpark Wattenmeer. Das nun vorgelegte Flächenkonzept halten wir jedoch für völlig unzureichend. Mit lediglich 16 Prozent fischereifreier Gebiete im Nationalpark werden die gesetzlichen Anforderungen an das Schutzgebiet deutlich verfehlt“.Und weiter führten sie aus: „Deshalb kann das heute vorgestellte Konzept nur ein erster Schritt sein. Der Fischereidialog muss fortgesetzt werden. Ziel muss es sein, mittelfristig mehr als die Hälfte des Nationalparks nutzungsfrei zu entwickeln. Nur mit ausreichend großen und ökologisch geeigneten Rückzugsräume wird es gelingen, die Artenvielfalt zu stärken und das Ökosystem gegenüber den Folgen des Klimawandels zu wappnen.“
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