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Herbststürme bedrohen Küstenregion: Fährverbindungen nach Helgoland fallen aus

Zwei aufeinanderfolgende Tiefdruckgebiete bringen am Wochenende Sturmböen an die Nordseeküste. Der Schiffsverkehr zu den Inseln ist bereits von ersten Fahrtausfällen betroffen.

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Mütze festzurren und Tee kochen – Schietwetter gehört an der Küste eben dazu. — Rocky, Chefkolumnist
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Auf Cuxhaven, das Cuxland und die Nordseeküste kommen am bevorstehenden Wochenende zwei kräftige Sturmtiefs zu. Dies führt bereits im Vorfeld zu Ausfällen im Schiffsverkehr nach Helgoland und Neuwerk sowie zu erwartenden Behinderungen im Straßen- und Bahnverkehr. Eine direkte Sturmflutgefahr besteht nach aktuellen Einschätzungen vorerst nicht.
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag zieht das Atlantiktief „Austen“ über die Irische See und den Ärmelkanal in Richtung Nordsee, wo der Wind zunehmend auffrischt. Am Freitag wird das Wetter an der deutschen Nordseeküste ungemütlich. Nach Einschätzung von Meteorologe Dominik Jung sind an und auf der Nordsee Böen von bis zu 110 Kilometern pro Stunde möglich. Besonders betroffen sein könnten Helgoland, die Ostfriesischen und Nordfriesischen Inseln sowie die angrenzenden Küstenabschnitte, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Dazu kommen kräftige Regenschauer und möglicherweise einzelne Gewitter. Im Cuxland müssen sich die Menschen auf Behinderungen einstellen, da herabfallende Äste und umstürzende Bäume ebenso zum Problem werden können wie Einschränkungen im Straßen- und Bahnverkehr.

Auswirkungen auf den Schiffsverkehr

Noch bevor das Sturmtief am Freitag seine volle Wirkung entfaltet, bekommen Reisende die Auswirkungen zu spüren. Die Reederei Cassen-Eils hat aufgrund der Wettervorhersage die Fahrten ihres Katamarans „Nordlicht“ für Donnerstag (22. Oktober) abgesagt. Als Alternative soll die MS „Helgoland“ um 9.30 Uhr vom Cuxhavener Fährhafen zur Hochseeinsel aufbrechen. Die Rückfahrt ab Helgoland Südhafen ist für 16.30 Uhr vorgesehen. Der „Halunder Jet“, der Hamburg, Brunsbüttel und Cuxhaven mit der Insel verbindet, bleibt am Donnerstag ebenfalls im Hafen. Gleiches gilt für die „Adler Cat“ ab Wilhelmshaven und die „Funny Girl“ ab Büsum. Fahrgäste des „Halunder Jet“ können die Ersatzverbindung mit der MS „Helgoland“ nutzen. Auch die Insel Neuwerk ist betroffen: Die für Donnerstag geplanten Fahrten der MS „Flipper“ zwischen Cuxhaven und Neuwerk entfallen vollständig.

Zweites Tief kündigt sich für Sonntag an

Wer auf eine schnelle Wetterberuhigung hofft, muss sich gedulden. Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) könnte der Höhepunkt der stürmischen Wetterlage erst in der Nacht zum Sonnabend erreicht werden. „In der Nacht zum Samstag wird der Wind noch zunehmen“, erklärt DWD-Diplom-Meteorologin Christiane Lösel. An der Cuxland-Küste ist dann mit besonders kräftigen Böen zu rechnen, doch auch weiter landeinwärts dürfte der Sturm deutlich spürbar sein. Am Sonnabend erwartet der DWD im Nordwesten anfangs weiterhin stürmische Verhältnisse mit schweren Sturmböen an der Nordsee, bevor der Wind im Tagesverlauf allmählich nachlässt. Bei überwiegend wolkigem bis stark bewölktem Himmel ziehen Schauer durch, vereinzelt sind kurze Gewitter möglich. Die Temperaturen erreichen acht bis 13 Grad.Eine nachhaltige Wetterberuhigung ist jedoch nicht in Sicht. Zwar lassen die Schauer in der Nacht zum Sonntag zunächst nach, doch schon kündigt sich das nächste Sturmtief an. „Im Westen und Nordwesten rollt ein neues Tief über die Nordsee heran“, sagt DWD-Meteorologin Christiane Lösel. Damit wird auch der Sonntag (25. Oktober) erneut nass und windig. Im Tagesverlauf frischt der Süd- bis Südwestwind auf und dreht mit dem Durchzug einer Wetterfront auf West. An der Nordsee rechnet der DWD abermals mit kräftigen Böen. Örtlich sind schwere Sturmböen der Windstärke zehn möglich, was Geschwindigkeiten von 89 bis 102 Kilometern pro Stunde entspricht.Trotz der kräftigen Herbststürme gibt es für die Küstenbewohner zunächst eine Entwarnung: Eine Sturmflut zeichnet sich beim ersten Sturmtief nach den bisherigen Einschätzungen nicht ab. Entscheidend ist dabei die Windrichtung. „Beim ersten Sturmtief dieses Herbstes kommt der Wind eher aus Südwest. Gut für die Bewohner, vorerst gibt es keine Sturmflutgefahr“, erklärt Wetter- und Klimaexperte Frank Böttcher aus Hamburg. Allerdings können sich Wasserstände und Windverhältnisse kurzfristig ändern, weshalb Küstenbewohner und Urlauber die aktuellen Warnungen des DWD und die Hinweise der örtlichen Behörden im Blick behalten sollten. Wer das stürmische Wetter in Cuxhaven, Otterndorf oder an der Wurster Nordseeküste beobachten möchte, sollte ausreichend Abstand zum Wasser halten, da besonders exponierte Molen, Buhnen und überflutete Küstenbereiche bei schweren Sturmböen gefährlich werden können.

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