Auktion in Wyk: Ausrangierte Föhrer Strandkörbe erbringen 1000 Euro Spenden
Bei der vierten Strandkorbversteigerung am Wyker Binnenhafen sind 26 alte Strandkörbe für den guten Zweck versteigert worden. Der Erlös kommt dem Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes zugute.
Im Winter werden die Inselstrandkörbe in einer eigenen Werkstatt des städtischen Hafenbetriebs repariert. Wenn ein alter Strandkorb mehr als zehn Stunden Arbeit benötigen würde, rechnet sich der Aufwand jedoch nicht mehr, sodass er aussortiert wird und zur Auktion geht. Das Startgebot pro Strandkorb liegt bei 50 Euro. Findet sich kein Bieter, geht Auktionatorin Stella Runckel von der FTG in Zehnerschritten unter das Startgebot. Auf diese Weise finden Strandkörbe bereits ab 20 Euro ein neues Zuhause.
Ausrangierte Körbe für den Garten
Besonders begehrt sind weiße Strandkörbe mit rot-weißen oder blau-weißen Bezügen. „Das sieht so schön maritim aus“, erklärt Katharina, die zusammen mit ihrer vierjährigen Tochter Pheline gekommen ist, um einen Strandkorb für ihren Garten in Wyk zu ergattern. Auch Ute Kohn, die auf Föhr lebt und bereits zum zweiten Mal bei der Versteigerung dabei ist, sucht nach passenden Modellen: „Ich habe schon ein paar gefunden, die infrage kommen“, sagt sie. Trotz des Aufwands für Reinigung und Aufarbeitung zieht sie ein positives Fazit: „Man hat zwar keinen neuen Strandkorb, aber sie sind robust und halten noch ein paar Jahre.“Käufer nehmen Reparaturen in Kauf
Auch Marianne Hinrichsen und Friedrich Hinrichsen aus Midlum haben sich Nummern notiert. Ihr Wunschkandidat ist möglichst weiß. „Farbige Körbe bleichen mit der Zeit aus und sehen dann oft nicht mehr so schön aus“, meint Marianne Hinrichsen. Für Silke Roth und ihre Mutter Inge Roth aus Gütersloh sind Mängel kein Hindernis. „Wenn man sich die Körbe anschaut, sind sie größtenteils noch völlig in Ordnung. Ein paar Kleinigkeiten muss man reparieren, aber das Geflecht hält einiges aus“, sagt Inge Roth. Silke Roth ergänzt: „Es reizt einen schon, bei so wenig Geld für so ein schönes Stück mitzubieten. Wir haben hier allerdings kein Eigentum, sondern sind Feriengäste“, und schiebt bedauernd hinterher: „Das lohnt sich ja mit dem Transport nicht.“Gerd Witte und Angelika Witte ersteigern gleich zwei Strandkörbe für ihren Garten in Wyk, darunter ein weißes Modell mit blau-weiß gestreiftem Innenleben. „Unser Sohn hat gerade seine Tischlermeisterprüfung bestanden“, strahlt Angelika Witte.
Pragmatische Lösungen für den Transport
Jan Boetius aus Wyk hat ebenfalls zwei Strandkörbe ersteigert. Mit Mühe und Not quetschen er und sein Kollege, ebenfalls mit Vornamen Jan, je einen Korb in seinen Hochdachkombi, während die Klapptüren hinten mit einem Seil zusammengebunden werden. „Fahren wir eben zweimal“, lacht er.Der Erlös der Auktion geht an den Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). Das Projekt ermöglicht schwerkranken Menschen, sich am Ende ihres Lebens noch einmal einen Herzenswunsch zu erfüllen.