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St. Peter-Ording richtet Tourismus neu aus: Fokus auf Lebensqualität der Anwohner

Ein neues Tourismusentwicklungskonzept für St. Peter-Ording stellt die Bedürfnisse der Bevölkerung in den Mittelpunkt. Der Tourismusausschuss hat der Neuausrichtung bereits einstimmig zugestimmt.

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Mehr Kitaplätze statt neuer Bettenrekorde? Das klingt doch mal nach einem vernünftigen Kurs. Moin! — Rocky, Chefkolumnist
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In St. Peter-Ording soll sich die Tourismusentwicklung künftig primär an der Lebensqualität und den Bedürfnissen der Einwohner ausrichten statt an reinen Übernachtungszahlen. Der Tourismusausschuss der Gemeinde hat sich bereits einstimmig für das neue Konzept ausgesprochen.
Wie die shz berichtet, soll der Tourismus in St. Peter-Ording künftig nicht mehr von dem in der Branche üblichen „noch mehr Urlauber“ gedacht werden, sondern von Qualität vor Quantität. Das Entwicklungskonzept trägt den Titel „Der Neue Norden – Lebensraum- und Tourismusentwicklung Sankt Peter-Ording“ mit dem Motto: „Der Neue Norden ist ein Ort, an dem Bewohner und Besucher dasselbe wollen: nämlich eine gute Zeit in SPO.“ Wobei in der Einleitung betont wird, dass der Ort vom Tourismus lebt: Dieser erbringt eine Wertschöpfung von rund 161,6 Millionen Euro im Jahr und sichert Arbeit im Umfang von etwa 4684 Vollzeitäquivalenten, erläuterte Tourismusexperte Frank Simoneit bei der Vorstellung im Tourismusausschuss. Gleichzeitig gingen die Übernachtungen seit 2022 zurück, und die Zustimmung in der Bevölkerung nahm ab. Als häufigste Kritikpunkte wurden die Verkehrsbelastung und der Verlust nachbarschaftlicher Strukturen genannt.
Simoneit hatte die Konzepterstellung zusammen mit Kai Ziesemer vom Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) begleitet. Das Konzept wurde von September 2025 bis Mai 2026 in zwei Einwohner-Workshops, zwei Wirtschafts-Workshops, 22 Expertenhearings, einer Feedback-Gruppe sowie mehreren Arbeitsgruppen erarbeitet. Die Teilnehmer waren per Losverfahren bestimmt worden, um auch kritische Stimmen einzubinden. Der seit dem 1. September amtierende Tourismusdirektor Kai Gardeja überarbeitete das Papier anschließend noch einmal. „Es fehlte die Zukunftsvision, wir waren zu sehr in der Gegenwart von St. Peter-Ording verhaftet. Die liegt nun vor, und es gibt jetzt einen roten Faden“, so Simoneit.

Fokus auf Lebensraum und konkrete Maßnahmen

Kai Gardeja erläuterte in der Sitzung seine Vision: „St. Peter-Ording ist zuerst Lebensraum für die Menschen, die hier leben. Ich finde es ermüdend, nur über Buchungszahlen zu sprechen. Ich finde es wichtiger, wie viele Kitaplätze, wie viele Sportplätze wir beispielsweise für den Ort geschaffen haben.“ Seine Vision lautet: „Wir sind ein guter Ort zum Leben.“
Das Konzept beinhaltet 58 Maßnahmen in 8 Handlungsfeldern. Beim Wohnraum sollen betroffene Bebauungspläne gebündelt werden, um bis zu sieben Verfahren im Jahr abzuwickeln. Zweitheimische werden als Teil der Gemeinschaft beschrieben; ihnen soll angeboten werden, ihre Wohnungen zeitweise vermieten zu lassen. Beim Verkehr geht es um die Verzahnung von Bahn, Linienverkehr, Shuttle und flexiblen Bedarfsverkehren, ergänzt um Umstiegspunkte und Parkraumbewirtschaftung. Auf touristischer Seite stehen ein Veranstaltungskonzept, der Ausbau der Buchbarkeit, Gesundheitsangebote, ein Strandentwicklungskonzept sowie Masterpläne für Infrastruktur und Beherbergung.

Beteiligung und weitere Schritte

Die Mitsprache soll über ein regelmäßiges Dialogformat für Einwohner, Betriebe, Kulturschaffende, Vereine, Zweitheimische sowie Kinder und Jugendliche ausgebaut werden. Weitere Maßnahmen umfassen eine Einwohnerkarte, die Vermittlung von Ehrenamt, die Stärkung von Vereinen, die Nutzung des Watts als Lernort für Schulen sowie Themen wie Ruhe und medizinische Daseinsvorsorge. Eiderstedt wird dabei als wichtiger Partner genannt.
Für die Umsetzung sind Gemeindeverwaltung und Tourismus-Zentrale zuständig. Die Tourismus-Zentrale soll einmal jährlich berichten. Zudem wird jährlich eine Lebensraum-Bilanz vorgelegt, während Ziele, Maßnahmen und Ressourcen alle zwei Jahre abgeglichen werden. Nach fünf Jahren erfolgt eine grundlegende Überprüfung. Die finale Entscheidung über das Konzept trifft die Gemeindevertretung im November. Interessierte können die Unterlagen auf der Homepage des Amtes Eiderstedt einsehen.

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