Schleswig-Holstein investiert Millionen in den Katastrophenschutz
Zum Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung informiert das Innenministerium über Investitionen in den Bevölkerungsschutz. Zudem gibt das Land Empfehlungen für die Notfallvorsorge in den eigenen vier Wänden.
Ein Kurbelradio und Dosenbrot stehen im Kutter immer bereit. Sicher ist sicher.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Anlässlich des Internationalen Tages der Katastrophenvorbeugung zieht das Innenministerium eine positive Bilanz der Vorbereitungen in Schleswig-Holstein. Das Land hat in den vergangenen Jahren umfangreich in die Modernisierung von Warnsystemen, Infrastruktur und Einsatzsoftware investiert. Zudem raten die Behörden der Bevölkerung zu eigener Vorsorge für den Krisenfall. Für den Austausch von Lageinformationen in Echtzeit investiert das Land sechs Millionen Euro in eine neue Software zum Katastrophenschutz, wie die Tagesschau berichtet. Diese soll die Einsatzstäbe der Kreise, kreisfreien Städte und des Landes vernetzen und bildet die erste Komponente einer gemeinsamen Datenplattform für den Katastrophen-, Brand- und Zivilschutz, die bis 2030 fertiggestellt werden soll. Darüber hinaus stellt Schleswig-Holstein rund 23,2 Millionen Euro für die Modernisierung des Sirenennetzes bereit. Beim bundesweiten Warntag im September 2026 wurden in Schleswig-Holstein in neun Kreisen und kreisfreien Städten Sirenen ausgelöst.
Infrastruktur und Katastrophenschutzlager
Gemeinden haben im Land gut 1.000 Notfallpunkte eingerichtet, die Bürgern bei Krisen wie einem Stromausfall als Anlaufstelle dienen und Hilfeersuche ermöglichen. Zudem wurde das Katastrophenschutzlager des Landes in Boostedt im Kreis Segeberg laut Innenministerium für insgesamt 2,5 Millionen Euro ausgebaut. Neben Feldbetten, Decken und Schlafsäcken beschaffte das Land unter anderem Wathosen, Schwimmwesten, Handschuhe und Schlauchmaterial für ein mögliches Hochwasser sowie Zubehörteile für Notstromaggregate, mobile Tankstellen und Dieseltrolleys.
Einsatzkräfte und Kooperationen
„Als Land zwischen Nord- und Ostsee kommt dem Küsten- und Hochwasserschutz dabei eine besondere Bedeutung zu. Für die Bewältigung von Katastrophen steht in Schleswig-Holstein ein Katastrophenschutzdienst zur Verfügung“, erklärt Innenministerin Magdalena Finke (CDU). Nach ihren Angaben engagieren sich mehr als 10.800 Menschen dauerhaft in über 300 Katastrophenschutzeinheiten. „Mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten leisten sie einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung.“ Seit März wirbt die Kampagne „kommklar_sh“ unter Federführung des Innenministeriums auf den Social-Media-Portalen Instagram, Facebook und TikTok für mehr Vorsorge. Auch das Technische Hilfswerk (THW) setzt im Katastrophenfall auf überregionale Unterstützung und baut die Zusammenarbeit mit nationalen sowie internationalen Partnern, insbesondere Polen und Dänemark, aus. durch regelmäßigen Austausch und die Auswertung vergangener Einsätze sollen die Fähigkeiten weiter verbessert werden.
Empfehlungen zur Selbstversorgung
Das Innenministerium empfiehlt, dass sich jeder Haushalt im Ernstfall mindestens 72 Stunden selbst versorgen können sollte. Das Land Schleswig-Holstein rät dazu, für Krisen wie einen längeren Stromausfall Trinkwasser und haltbare Lebensmittel für mehrere Tage vorrätig zu haben. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt hingegen einen Vorrat für zehn Tage. Zur weiteren empfohlenen Ausstattung gehören ein batteriebetriebenes Radio, Taschenlampen mit Ersatzbatterien, ein Erste-Hilfe-Set, wichtige Medikamente, Hygieneartikel, Bargeld, wichtige Dokumente sowie warme Kleidung und Decken. Wer kochen muss, sollte dafür eine sichere Möglichkeit nutzen; Campingkocher dürfen wegen der Gefahr von Kohlenmonoxid niemals in Innenräumen betrieben werden.
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