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Invasive Arten in Niedersachsen: Behörden testen neue Bekämpfungsmethoden

In Niedersachsen verbreiten sich gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten, die heimische Ökosysteme bedrohen. Um invasive Pflanzen wie den Staudenknöterich einzudämmen, setzen Fachleute im Landkreis Harburg nun auf Strom.

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5.000 Volt gegen Knöterich? Da kriegt selbst das Unkraut auf'm Deich Respekt. — Rocky, Chefkolumnist
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In Niedersachsen verbreiten sich zahlreiche invasive Tier- und Pflanzenarten, die heimische Ökosysteme bedrohen und teils schwer zu erkennen sind. Um schädliche Gewächse wie den Japanischen Staudenknöterich einzudämmen, erproben Behörden im Landkreis Harburg neue Bekämpfungsmethoden mit Strom. Für den Erfolg der Maßnahmen ist nach Expertenangaben eine frühzeitige Entdeckung der Arten entscheidend.

Einsatz von Strom im Kleckerwald

Mit einer Elektrolanze und 5.000 Volt rücken Gartenbauer im Kleckerwald im Landkreis Harburg dem Japanischen Staudenknöterich zu Leibe. Wie die Tagesschau berichtet, testen die Landesforsten dort gemeinsam mit der Firma "Böse Blumen" ein neues Verfahren, um die Ausbreitung der Pflanze zu verhindern. Der Einsatz mit Strom und Lanze soll im kommenden Jahr noch einmal wiederholt werden.

Erkennbarkeit und Verbreitung gebietsfremder Arten

Der Staudenknöterich ist nur eine von vielen invasiven Pflanzenarten in Niedersachsen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) teilte dazu auf NDR Anfrage mit: "Es ist bei einigen invasiven Arten leider so, dass diese zwar relativ häufig sind, aber nicht unbedingt als invasive Art identifiziert werden". Zu dieser Kategorie gehört etwa der in Städten anzutreffende Götterbaum. Andere Arten wie die Asiatische Hornisse oder der Waschbär fallen überwiegend nur einem bestimmten Personenkreis wie Jägern oder Imkern auf. Die Buchstaben-Schmuckschildkröte wird in Gewässern ebenfalls oft übersehen. Anders verhält es sich bei der Chinesischen Wollhandkrabbe: Sie wird von Anglern und Fischern regelmäßig gesehen und ist auch für die restliche Bevölkerung sichtbar, wenn sie in Massen von der Nordsee bis ins Binnenland wandert.

Gefahren für Ökosysteme und Gesundheit

Bei der Bekämpfung kommt es laut NLWKN auf das Timing an. Besonders die Arten müssten früh entdeckt werden, "die noch nicht so weit verbreitet sind und bei denen noch große Chancen bestehen, diese wieder aus dem Ökosystem zu entfernen." Invasive Arten gelten weltweit als eine der größten Bedrohungen für die Biodiversität, da sie heimische Arten verdrängen und im schlimmsten Fall ganze Ökosysteme zerstören können. Der Saft des Riesen-Bärenklau kann in Verbindung mit Sonnenlicht zudem schwere Hautreaktionen und Verbrennungen auslösen.
Laut Bundesamt für Naturschutz gilt eine gebietsfremde Art dann als etabliert, wenn sie sich ohne den Einfluss des Menschen über mehrere Generationen hinweg in einem neuen Gebiet erhält. Etablierte gebietsfremde Arten, die natürliche oder naturnahe Lebensräume besiedeln, werden als Agriophyten beziehungsweise Agriozoen bezeichnet. Zu den in Niedersachsen vorkommenden invasiven Pflanzenarten zählen unter anderem Ailanthus altissima (Götterbaum), Heracleum mantegazzianum (Riesen-Bärenklau), Impatiens glandulifera (Drüsiges Springkraut) sowie gebietsfremde Knöteriche wie Reynoutria japonica (Japanischer Flügelknöterich), Reynoutria sachalinensis (Sachalin-Flügelknöterich), Reynoutria × bohemica (Bastard-Flügelknöterich) und Koenigia polystachya (Flieder-Knöterich). Zu den vertretenen Tierarten gehören Alopochen aegyptiaca (Nilgans), Eriocheir sinensis (Chinesische Wollhandkrabbe), Myocastor coypus (Nutria), Procyon lotor (Waschbär), Trachemys scripta (Buchstaben-Schmuckschildkröte) sowie Vespa velutina nigrithorax (Asiatische Hornisse).

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