Meldung ✓

19,9 Millionen Euro für Großprojekt: Neues Brauchwasserwerk in Nordenham geht 2027 in Betrieb

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband baut beim Klärwerk Nordenham ein Brauchwasserwerk zur Trinkwassereinsparung. Die Fertigstellung der Anlage verzögert sich bis zum Sommer 2027.

KI-generierter Inhalt · wie wir arbeiten →

Abwasser recyceln? Da schmeckt der Küstenkaffee gleich doppelt gut. — Rocky, Chefkolumnist
Illustration zu: 19,9 Millionen Euro für Großprojekt: Neues Brauchwasserwerk in Nordenham geht 2027 in Betrieb
Illustration: KI-generiert
Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) baut beim Klärwerk in Nordenham für rund 19,9 Millionen Euro Deutschlands größtes Brauchwasserwerk. Mit dem Projekt und einer 5,5 Kilometer langen Leitung zum Chemieunternehmen Kronos Titan soll wertvolles Trinkwasser geschont werden. Wie die Nordsee-Zeitung berichtet, wird die Inbetriebnahme der Anlage im Sommer 2027 erfolgen.

Verzögerungen und Kosten des Projekts

Ursprünglich war der Start für den Sommer 2026 geplant gewesen. „Die Inbetriebnahme des neuen Brauchwasserwerks in Nordenham ist für Sommer 2027 vorgesehen“, teilt hierzu auf Nachfrage die Pressestelle des OOWV mit. Auch die veranschlagten Gesamtkosten haben sich verändert: „Für den Bau des Brauchwasserwerks und die dazugehörige Leitungsinfrastruktur gehen wir von Investitionen von insgesamt rund 19,9 Millionen Euro aus“, teilt der OOWV mit. Im Sommer 2024 war noch von 17,5 Millionen Euro die Rede gewesen. Die 5,5 Kilometer lange Versorgungsleitung ist bereits zu einem großen Teil fertiggestellt. „Die noch ausstehenden Arbeiten sollen rechtzeitig vor der geplanten Inbetriebnahme des Brauchwasserwerks im Sommer 2027 abgeschlossen werden“, so die Pressestelle.

Kapazitäten und Abnehmer

„Das Brauchwasserwerk ist darauf ausgelegt, jährlich bis zu 1,1 Millionen Kubikmeter Brauchwasser bereitzustellen. Mindestens 500.000 Kubikmeter davon sind für das Chemieunternehmen Kronos Titan vorgesehen“, so die Pressestelle. Im Blexer Werk ersetzt das aufbereitete Abwasser Trinkwasser. „Auf diese Weise können jährlich mindestens 500.000 Kubikmeter Trinkwasser eingespart werden“, betont der OOWV. Der Verband zieht einen Vergleich: „Die maximale jährliche Brauchwassermenge von 1,1 Millionen Kubikmetern entspricht ungefähr dem gesamten jährlichen Trinkwasserverbrauch der Bevölkerung Nordenhams in verbrauchsärmeren Jahren.“
„Mit Kronos Titan steht ein industrieller Abnehmer fest. Das Unternehmen wird das Brauchwasser künftig für seine Produktionsprozesse nutzen und damit einen erheblichen Teil seines bisherigen Trinkwasserbedarfs ersetzen“, schreibt der OOWV. Vor zwei Jahren waren zudem die Hüttenbetriebe von Glencore und Airbus als mögliche Kunden im Gespräch gewesen. Die Anlage bietet Kapazitäten für weitere Partner: „Das Brauchwasserwerk ist grundsätzlich für die Versorgung weiterer industrieller Abnehmer ausgelegt. Mit einer jährlichen Aufbereitungskapazität von bis zu 1,1 Millionen Kubikmetern bietet die Anlage über die für Kronos Titan vorgesehene Menge hinaus zusätzliche Potenziale“, macht der OOWV deutlich.Das Projekt soll zeigen, wie sich kommunales Abwasser als alternative Wasserressource für Industrie und Gewerbe erschließen lässt.

Aufbereitungstechnik und weitere Standorte

Herzstück des Werks ist eine modular aufgebaute Aufbereitungsanlage aus insgesamt neun Modulen. „Zum Einsatz kommen moderne Membranverfahren: Durch Ultrafiltration und Umkehrosmose wird das bereits in der Kläranlage gereinigte Abwasser weiter aufbereitet.“ Dies liefert enthärtetes und teilentsalztes Brauchwasser. „Die mehrstufige Aufbereitung sorgt für eine sehr hohe Wasserqualität. Bei nahezu allen Parametern werden sogar die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung deutlich unterschritten.“
Das Pilotprojekt besitzt Vorbildcharakter: „Das Brauchwasserwerk Nordenham hat Vorbildcharakter für eine nachhaltige industrielle Wasserversorgung“, so der OOWV. Der OOWV und sein auf Brauchwasser spezialisiertes Tochterunternehmen IWAG verfolgen das Ziel, für unterschiedliche Nutzungen jeweils geeignete Wasserressourcen und Wasserqualitäten bereitzustellen. „Auch an anderen Standorten verfolgt der OOWV entsprechende Projekte. So ist in Brake in der Wesermarsch ein weiteres Brauchwasserwerk bereits entstanden. Ferner hat der OOWV mit der Stadt Wilhelmshaven und der Gemeinde Sande Vereinbarungen über die Überlassung von kommunalem Abwasser geschlossen“, teilt die Pressestelle mit. Gereinigtes Abwasser könnte eines Tages auch bei der Wasserstoffproduktion eine Rolle spielen.

← alle Meldungen aus Norden

Weitere Meldungen aus Norden