Nachfolgesuche auf Helgoland: 41 Bewerbungen für Tourismusleitung
Auf die Stellenausschreibung für die Leitung des Helgoland Tourismus-Service sind 41 Bewerbungen eingegangen. In einer Sondersitzung wurde zudem über das Auswahlverfahren und die Option einer Doppelspitze debattiert.
41 Bewerber für die Insel? Hoffentlich ist wenigstens einer davon wetterfest!
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Auf die Stellenausschreibung für die Leitung des Helgoland Tourismus-Service sind einundvierzig Bewerbungen eingegangen. Dies berichtete Bürgermeister Thorsten Pollmann in einer außerordentlichen Sitzung des Tourismusausschusses am 27. August 2026. Die Gemeinde verzichtete bei dem Verfahren auf einen Headhunter und sparte dadurch zehntausend Euro. Wie aus dem Protokoll der Gemeinde Helgoland hervorgeht, wurden achtzehn Bewerbungen als ungeeignet ausgeschlossen und acht bis zwölf Kandidaten auf eine Warteliste gesetzt. Mit elf Bewerberinnen und Bewerbern sollten in der Woche nach der Sitzung Erstgespräche geführt werden. Wie die Gespräche ausgegangen sind, hält die Niederschrift nicht fest.<2>Kritik am Verfahren und Streit um ZuständigkeitenAnlass der Sondersitzung war ein Antrag der SPD-Fraktion. Kathrin Krüß kritisierte, dass die Stelle nach dem bekannt gewordenen Weggang der Amtsinhaberin umgehend neu ausgeschrieben wurde, ohne dass vorher im zuständigen Werksausschuss darüber beraten worden sei. Außerdem bemängelte die Fraktion, dass der Ausschussvorsitzende nicht sofort nach Bekanntwerden der Kündigung eine Sitzung einberufen habe, weshalb das Thema erst Ende August auf den Tisch kam. Bürgermeister Thorsten Pollmann hielt dem entgegen, dass die Ausschreibung nicht Sache des Tourismusausschusses sei, sondern beim Hauptausschuss beziehungsweise bei der Verwaltung liege. Gunther Nagel von den Freien Wählern sagte, auch seine Fraktion habe eine außerordentliche Sitzung gefordert, nach Prüfung der Betriebssatzung sei er aber zu dem Schluss gekommen, dass die Verwaltung im Recht sei. Der Ausschuss sei erst bei der Vorstellung der Kandidaten vorgesehen.
Debatte über eine Doppelspitze
Der stellvertretende Vorsitzende Nickels Krüß räumte ein, dass die Zuständigkeit formal bei der Verwaltung liege. Er hätte sich aber eine vorherige Beratung gewünscht, um über andere Modelle sprechen zu können, etwa eine Doppelspitze. Hintergrund seien die in der Vergangenheit immer wieder nur kurzen Amtszeiten auf dieser Position. Die Verwaltung hatte eine Doppelspitze intern schon erörtert, wegen des Aufwands bei Zuständigkeiten, Gehaltsstruktur und Abstimmung mit der Aufsicht aber vorerst zurückgestellt. Sie wird parallel weiter geprüft. Eine Doppelspitze würde nach Angaben aus dem Ausschuss eine Änderung der Betriebssatzung erfordern.Tourismusdirektorin Katharina Schlicht bat ausdrücklich um einen Vermerk im Protokoll: Die Stelle sei von vornherein befristet ausgeschrieben worden und sei auch weiterhin befristet. Das sei in der Öffentlichkeit nicht immer bewusst. Bürgermeister Thorsten Pollmann sicherte zu, dass Tourismusausschuss und Seniorenbeirat bei der Endauswahl eingebunden werden, so wie bei der letzten Besetzung.
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