Wetter stoppt Seekabel-Arbeiten: Helgoland behält vorerst Netzverbindung
Wegen stürmischen Wetters und hohem Wellengang verschiebt SH Netz die Arbeiten am Helgolandkabel auf 2027. Eine Unterbrechung von Internet und Telefon bleibt den Inselbewohnern damit vorerst erspart.
Grund für die Verschiebung sind laut dem Netzbetreiber „unstete Wetter- und vor allem Windbedingungen“. Wie die Tagesschau meldet, sollen die Arbeiten nun im April oder Mai 2027 stattfinden. Ein genauer Termin steht allerdings noch nicht fest. Der geplante Ausfall von Internet und Telefon auf Helgoland war bereits in der vergangenen Woche ausgeblieben, da die Arbeiten wegen des stürmischen Wetters abgesagt werden mussten. Eigentlich sollten die Maßnahmen in der kommenden Woche nachgeholt werden, was durch das Wetter jedoch erneut verhindert wurde.
Arbeitssicherheit steht an erster Stelle
„Die Arbeitssicherheit für alle Beteiligten steht für uns an oberster Stelle, deshalb werden wir die Arbeiten in diesem Jahr nicht mehr durchführen“, erklärte Projektleiter Thorsten Hansen von SH Netz. Das sogenannte Helgolandkabel wurde im Jahr 2009 verlegt. Vor dieser Verlegung wurde der Strom auf der Insel ausschließlich mit Dieselgeneratoren erzeugt.Die Problemstelle liegt nicht auf Helgoland selbst, sondern am Strand von St. Peter-Ording im Kreis Nordfriesland. Dort verbindet eine Muffe – ein hohles Verbindungsstück – das Seekabel mit dem Erdkabel auf dem Festland. Da sich dort im Laufe der Jahre ein Priel gebildet hat, wurde diese Verbindung in der Vergangenheit wiederholt freigespült und musste noch im vergangenen Jahr erneut vergraben werden. Damit das Verbindungsstück künftig nicht wieder freigespült wird, ist das Seekabel um etwa 700 Meter verlängert worden. Eine Spezialmaschine hat das zusätzliche Kabel bereits in der vergangenen Woche verlegt.
Komplizierte Bedingungen im Watt
Nach Angaben von Frithjof Schmidt-Harries von SH Netz hatte vor allem die Lage im Watt die Arbeiten erschwert: Bei Niedrigwasser lag der Verbindungspunkt nur zwei bis drei Stunden trocken, während die Arbeitsplattform mit der Flut geschwommen wäre und dem Wellengang ausgesetzt gewesen wäre. In diesem kurzen Zeitfenster hätte das Kabel mit einem Bagger geborgen werden müssen. Schmidt-Harries wies darauf hin, dass es „kein Zurück mehr“ gebe, sei die Verbindung an Land einmal gekappt.Die örtlichen Versorgungsbetriebe hatten die Aggregate zuletzt im Januar bei einer Blackout-Simulation getestet, bei der die einzige Stromleitung vom Festland um 23 Uhr schlagartig abgeschaltet wurde. Auf Helgoland leben rund 1.450 Menschen. Nach Angaben der Gemeinde wird die Insel pro Jahr von etwa 350.000 Gästen besucht.