Verhandlungen über CO2-Preise in der internationalen Schifffahrt wieder aufgenommen
In London beraten Regierungsvertreter über Rahmenbedingungen zur CO2-Reduktion in der Schifffahrt. Die Preisvorstellungen pro Tonne Kohlenstoff gehen dabei weit auseinander.
Über Geld schnackt man nicht? In London tun sie es trotzdem.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Regierungsvertreter kommen vom 1. bis 4. September in London zu einer Zwischenarbeitsgruppe zum IMO Net-Zero Framework zusammen. Die Gespräche finden im Vorfeld der MEPC 85 Ende November statt. Bei den Verhandlungen über die Kriterien zur Koppelung von CO2-Preisen gibt es deutliche Differenzen zwischen den beteiligten Staaten.
Unterschiedliche Positionen zu Preisen und Zielen
Brasilien schlägt weichere Anfangsziele vor, verbunden mit einem CO2-Preis zwischen 100 und 380 US-Dollar pro Tonne. Tuvalu fordert hingegen einen Preisrahmen von 300 bis 380 US-Dollar pro Tonne sowie eine Senkung des Basisziels um 65 Prozent bis zum Jahr 2035. Liberia spricht sich für handelbare Überschusseinheiten anstelle des IMO-Fonds aus.
Unterstützung des Vorlage-Textes und finanzielle Ausmaße
Australien, Kanada, Südafrika und das Vereinigte Königreich unterstützen den bestehenden Text. Der geplante Mechanismus könnte jährlich 10 bis 15 Milliarden US-Dollar einbringen. Ein Scheitern der Verhandlungen birgt das Risiko eines Flickenteppichs aus regionalen Regelungen.
Das britische Verteidigungsministerium verkauft das amphibische Angriffsschiff HMS Bulwark für rund 26 Millionen US-Dollar an Brasilien. Künftig soll die Einheit in der maritimen Zone „Blauer Amazonas“ zum Einsatz kommen.
Ab November 2026 nimmt Easter Island Naviera eine monatliche Frachtroute von Punta Arenas zu den Falklandinseln auf. Argentinien protestiert gegen die wirtschaftliche Aktivität ohne eigene Zustimmung.
Aufgrund von starkem Seegang hat das Containerschiff Span Asia 39 Fracht vor Hamilo Point verloren. Die philippinische Küstenwache hat eine Navigationswarnung herausgegeben.
Ein Bericht des US-Rechnungshofs GAO kritisiert lange Wartezeiten für U-Boote der US Navy. Kapazitätsengpässe auf den Werften führten zu Milliardenverlusten und tausenden verlorenen Einsatztagen.
Das Frachtschiff Helgafell erprobt ein neuartiges, in Containern verbautes Wind- und Solarsystem. Das EU-Projekt WHISPER zielt darauf ab, den Treibstoffverbrauch in der Seefahrt zu senken.
Eine Tagung der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation zur Dekarbonisierung der Schifffahrt ist ohne Ergebnis geblieben. Blockaden mehrerer Staaten verzögern eine Entscheidung bis Ende November.