Studie zu Ostgrönland: 16.000 Bartenwale versammeln sich im Sommer
Aufgrund steigender Wassertemperaturen und des schmelzenden Seeeises finden sich im Sommer immer mehr Bartenwale vor Ostgrönland ein. Eine Langzeitstudie belegt die Verschiebung ihres Lebensraums.
Mehr Wale im Norden – die wissen eben auch, wo es gutes Essen gibt.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Rund 16.000 Bartenwale versammeln sich im Sommer in den Gewässern vor Ostgrönland. Grund für die Ansammlung ist die Verschiebung der Beutefische nach Norden infolge des schmelzenden Seeeises. Dies zeigt eine umfassende Untersuchung, die Daten aus mehreren Jahrzehnten auswertet.
Zusammensetzung der Walbestände
Eine Studie in der Fachzeitschrift „Frontiers in Marine Science“ unter Leitung von Mads Peter Heide-Jorgensen vom Grönländischen Institut für Natürliche Ressourcen belegt, dass etwa 16.000 Bartenwale den Sommer in den ostgrönländischen Gewässern verbringen. Die Population setzt sich aus rund 6.000 Finnwalen, 6.000 Zwergwalen und 4.000 Buckelwalen zusammen.
Ursachen für den Zustrom
Die Meeressäuger folgen der Fischart Kapelan, deren Vorkommen sich weiter nach Norden verlagert hat. Diese Ausweichbewegung hängt direkt mit dem Rückzug der Sommereiskante und dem Anstieg der Meeresoberflächentemperaturen östlich von Grönland zusammen, die seit den 1990er-Jahren um etwa 2 Grad Celsius gestiegen sind.
Umfangreiche Datengrundlage
Für die Analyse kombinierte das Forschungsteam Daten aus einem Zeitraum von 37 Jahren von 1987 bis 2024. In die Auswertung flossen Flugvermessungen, Schiffsbeobachtungen, Berichte von Inuit-Jägern sowie Daten aus der Satellitenmarkierung ein.
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