Meldung ✓

Historischer Tiefstand: Niedrigwasser auf dem Rhein legt Binnenschifffahrt lahm

Wegen extremer Trockenheit sinken die Pegelstände des Rheins bei Kaub auf den niedrigsten Wert seit 1880. Industrieunternehmen müssen auf Schiene und Straße ausweichen, was erhebliche wirtschaftliche Folgen haben könnte.

KI-generierter Inhalt · wie wir arbeiten →

Illustration zu: Historischer Tiefstand: Niedrigwasser auf dem Rhein legt Binnenschifffahrt lahm
Illustration: KI-generiert
Der Pegelstand des Rheins am Nadelöhr Kaub ist auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880 gefallen. Angesichts einer anhaltenden Hitzewelle droht der Wasserstand in dieser Woche auf bis zu 9 Zentimeter zu sinken, was die Binnenschifffahrt weitgehend zum Erliegen bringt. Betroffene Industrieunternehmen weichen bereits auf Schiene und Straße aus, um Lieferengpässe zu vermeiden.

Unpassierbare Fahrrinne bei Kaub

Nach Angaben des Schiffsmaklers Riverlake ist der Fluss am kritischen Punkt in Kaub praktisch unpassierbar geworden. Dies führt dazu, dass Lastkähne zwischen dem Oberrhein und dem Logistikzentrum Antwerpen-Rotterdam-Amsterdam festsitzen. Es ist bereits die fünfte Hitzewelle, die Europa derzeit belastet und die Pegelstände drastisch sinken lässt.

Industrie weicht auf Straße und Schiene aus

Die großen Industrieunternehmen BASF, Evonik, Lanxess und Covestro reagieren auf die Blockade und verlagern ihre Frachttransporte verstärkt auf die Schiene und die Straße. Um den entstandenen Engpass abzumildern, hat das Bundesland Schleswig-Holstein das Sonntagsfahrverbot für Lastkraftwagen vorübergehend ausgesetzt. Der Logistikaufwand ist enorm: Nach Angaben von Covestro werden 60 Lastwagen benötigt, um die Ladung eines einzigen Lastkahns mit einer Kapazität von 1.500 Tonnen zu ersetzen.

Wirtschaftliche Folgen für Deutschland

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Niedrigwassers könnten erheblich sein. Die Commerzbank schätzt, dass die Störungen Deutschland in diesem Quartal 0,35 Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts kosten könnten, sofern die Beeinträchtigungen bis Mitte September anhalten.

← alle Meldungen aus Meer

Weitere Meldungen aus Meer

Meer ✓

Großbritannien verkauft Landungsschiff HMS Bulwark an Brasilien

Das britische Verteidigungsministerium verkauft das amphibische Angriffsschiff HMS Bulwark für rund 26 Millionen US-Dollar an Brasilien. Künftig soll die Einheit in der maritimen Zone „Blauer Amazonas“ zum Einsatz kommen.

05.09., 08:07 Uhr