Helgoland: Land lehnt Sonderverordnung für insolvente Nordseeklinik ab
Die insolvente Nordseeklinik auf Helgoland erhält vorerst keine eigene Landesverordnung. Das Gesundheitsministerium in Kiel sieht die Notfall- und Grundversorgung auf der Insel dennoch nicht gefährdet.
Die insolvente Nordseeklinik auf Helgoland kann nicht auf eine Lösung durch eine eigene Landesverordnung Schleswig-Holsteins hoffen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Kiel löst eine Landesverordnung allein das Problem der Einrichtung nicht. Die Notfallversorgung sowie die stationäre Versorgung auf der Nordseeinsel sollen jedoch weiter gesichert bleiben. Die Nordseeklinik hatte vor wenigen Tagen ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Geschäftsführer Sten Wessels erklärte, Ziel sei es, die innere Medizin und die chirurgische Versorgung auf der Insel zu sichern und eine wirtschaftliche Grundlage für die Zukunft als sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung zu schaffen. Wessels hatte darauf gehofft, dass eine Regelung des Landes die stationäre chirurgische Versorgung wegen der abgeschiedenen Lage Helgolands absichern könnte. Wie t-online berichtet, hält das Ministerium dem entgegen, die Ursachen der Insolvenz lägen nicht in der geplanten Umwandlung der Klinik im Rahmen der Krankenhausreform.
Gespräche zur Notfallversorgung angesetzt
Das Ministerium bedauere die finanziellen Probleme, halte die Versorgung aber weiter für gesichert. Ziel sei es, die stationäre Versorgung und die Notfallversorgung auf Helgoland aufrechtzuerhalten. Geplant sind Gespräche mit den Krankenkassen, dem Bürgermeister, dem Betreiber des Rettungsdienstes und der Klinikleitung. Ein erster Termin ist bereits verabredet. Die Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein hatte zuvor ebenfalls erklärt, die Notfallversorgung auf der Insel bleibe sichergestellt.
Versorgung für Einwohner und Besucher
Für die Insulaner steht viel auf dem Spiel. Die Klinik hat nach Angaben des Geschäftsführers 24 Betten und 40 Beschäftigte. Sie versorgt etwa 1.500 Einwohner und rund 300.000 Gäste im Jahr, also Urlauber, Kurgäste und Tagesbesucher. Zum Haus gehören die innere Medizin, die Chirurgie und die Unfallchirurgie sowie eine neurologische Station mit langjähriger Erfahrung in der Behandlung von Parkinson-Patienten.Wie es wirtschaftlich weitergeht, ist offen. Konkrete Zahlen zu Verlusten oder Schulden hat die Klinik bisher nicht genannt. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur.
Trotz des Insolvenzantrags der Betreibergesellschaft bleibt die medizinische Notfallversorgung auf Helgoland vollumfänglich erhalten. Die Rettungsdienst-Kooperation setzt die Zusammenarbeit fort, während über die Zukunft der chirurgischen Station verhandelt wird.
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