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Große Mehrheit der Jugendlichen in Nordfriesland verzichtet auf Arzt-Vorsorge

Über 80 Prozent der Jugendlichen im Kreis Nordfriesland lassen die Vorsorgeuntersuchungen J1 und J2 aus. Die Krankenkasse AOK NordWest appelliert nun an Eltern, ihre Kinder zur Wahrnehmung der Termine zu motivieren.

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Ohne Eltern zum Arzt? Klingt für mich eigentlich nach der perfekten Ausrede für Meetime! — Rocky, Chefkolumnist
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Mehr als 80 Prozent der Jugendlichen im Kreis Nordfriesland nehmen die vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt nicht wahr. Dies geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest für das Jahr 2025 hervor. Obwohl die Beteiligung im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen ist, bleibt die Inanspruchnahme auf einem niedrigen Niveau.
Wie die shz berichtet, nutzten im Alter zwischen 12 und 17 Jahren lediglich 19,2 Prozent der Teenager im Kreis Nordfriesland die medizinischen Checks. Im Vorjahr lag die Quote noch bei 16,7 Prozent. AOK-Serviceregionsleiter Stefan Kölpin äußert sich besorgt: „Das Niveau der Inanspruchnahme ist einfach zu gering. Dabei leisten Jugenduntersuchungen einen wichtigen Beitrag zur körperlichen und seelischen Gesundheit und sind genauso wichtig wie die Untersuchungen für Babys und Kleinkinder. Wir appellieren daher dringend an alle Eltern, ihre Kinder zu diesen wichtigen Vorsorgeuntersuchungen zu motivieren“, sagt Kölpin.

Beteiligung sinkt mit steigendem Alter

Die Jugenduntersuchungen knüpfen direkt an die bekannten U-Untersuchungen an, da die Entwicklung auch im Jugendalter nicht abgeschlossen ist. Doch die Beteiligung nimmt mit steigendem Alter ab: Während im Jahr 2025 immerhin 33,3 Prozent der Jugendlichen die J1 absolvierten, sank der Anteil bei der J2 auf 6,1 Prozent. Die J1 für Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren ist gesetzlich vorgeschrieben und wird von den Kassen bezahlt. Die weiterführende J2 für Versicherte im Alter zwischen 16 und 17 Jahren übernimmt unter anderem die AOK NordWest als freiwillige Mehrleistung.

Untersuchungsinhalte im Überblick

„Neben den Veränderungen in der Pubertät geht es bei den Jugenduntersuchungen um die Früherkennung von Krankheiten“, betont Kölpin. Bei der J1 erfasst der Arzt Größe und Gewicht, prüft den Impfstatus sowie Blut und Urin. Zudem werden Organe, Sinnesfunktionen und das Skelettsystem abgeklärt. Fehlhaltungen durch Wachstumsschübe oder chronische Leiden lassen sich so rechtzeitig feststellen und behandeln. Zudem widmet sich die Untersuchung Hautproblemen, Allergien sowie Essstörungen wie Magersucht oder Übergewicht.Die Untersuchung J2 zielt zusätzlich auf das Erkennen von Haltungsstörungen, Pubertäts- und Sexualitätsstörungen sowie auf ein mögliches Diabetes-Risiko ab. Zu beiden Terminen sind die Gesundheitskarte und der Impfpass mitzubringen.

Vertrauliches Gespräch ohne Eltern

Beide Untersuchungen bieten Jugendlichen zudem einen geschützten Raum: Sie dürfen ohne Eltern ins Behandlungszimmer gehen – für viele eine Premiere. Neben körperlichen Aspekten dient das vertrauliche Vier-Augen-Gespräch der Beratung über Lebensführung sowie geistige und soziale Kompetenzen.

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