▶ Live hören
Meldung ✓

Neuanfang auf Hof Olendiek: Landschaftsgärtner plant Inklusionsbetrieb in Cappel

Der Hof Olendiek wird von Oliver Schulz übernommen. Neben dem Gartenbau soll ein Inklusionsbetrieb entstehen, der mit einem Hoffest seinen Anfang feierte.

KI-generierter Inhalt · wie wir arbeiten →

Inklusion und Reetdachflair – so geht Neuanfang im Cuxland. Moin! — Rocky, Chefkolumnist
Illustration zu: Neuanfang auf Hof Olendiek: Landschaftsgärtner plant Inklusionsbetrieb in Cappel
Illustration: KI-generiert
Der Hof Olendiek am Rande von Cappel steht vor einem Neuanfang. Die Elbe-Weser Welten (EWW) aus Bremerhaven haben das Areal in diesem Jahr an den 35-jährigen Garten- und Landschaftsbauer Oliver Schulz aus Nordholz verpachtet. Auf dem Hof soll ein Inklusionsbetrieb entstehen, in dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam arbeiten.
Mit dem Neubeginn fand erstmals wieder ein Erntedankfest statt, das an die Tradition des einstigen Hoffestes anknüpfen soll, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Das verregnete Wetter schreckte die zahlreichen Besucher nicht ab, da die Feier in der großen Halle stattfand. Als Vogelschreck verkleidet wies Dieter Rosenow die Gäste auf den Parkplatz ein. Gemeinsam mit seiner Familie, der Belegschaft und den Unterpächtern der Zeltvermietung Rosenow organisierte Schulz ein Programm für alle Altersgruppen mit Hüpfburg, Kürbisschnitzen und Laternenbasteln. Die angehende Erzieherin Fenja Thalmann half dabei den Zwillingen Carlotta und Jonna beim Basteln, während die 14-jährige Sina aus Bremerhaven einen Kürbis aushöhlte. „Es ist einfach klasse, was hier passiert, das muss man unterstützen“, kommentierte Marieke Geschonke, die mit ihren drei Kindern aus Cuxhaven nach Cappel gekommen war. Auch Monika Paul und Gisela Lindstedt aus Nordholz lobten die Aktivitäten.

Veranstaltungen als Aushängeschild für den Gartenbau

Aktivitäten, die Besucher anziehen, sind für Familienvater Schulz ein Teil des Gesamtkonzepts. Neben den bestehenden monatlichen Flohmärkten sind eine Hochzeitsmesse, ein Männerflohmarkt mit Werkzeug und Whisky-Tasting sowie im nächsten Herbst ein Oktoberfest geplant. „Der Gartenbaubetrieb steht natürlich im Vordergrund“, betont Schulz. Die Veranstaltungen sollen Besucher auf den Betrieb aufmerksam machen, damit diese Gewächshäuser, Hofladen und Außenanlagen sehen. Der Hof soll als Aushängeschild für die Gartenpflege dienen, die den Kern des Unternehmens bildet.

Aufbau eines Inklusionsunternehmens

Schulz will seinen vor drei Jahren gegründeten Betrieb betriebswirtschaftlich führen. Sein Ziel ist ein Inklusionsunternehmen. Für diesen Status sind mindestens 30 Prozent schwerbehinderte Beschäftigte erforderlich. „Die haben wir jetzt“, sagt Schulz. Mittelfristig will er den Anteil auf 40 Prozent steigern. Derzeit beschäftigt er rund zehn Menschen. Das Konzept füllt seiner Einschätzung nach eine Lücke im Landkreis Cuxhaven. „Traurigerweise ist es eine Marktlücke“, sagt er. Die Arbeit orientiert sich an den Fähigkeiten der Beschäftigten, wobei Menschen mit Behinderung in einem Team vor allem leichtere Tätigkeiten übernehmen. Gartenpflege eigne sich dafür besonders gut.
Kritik übt Schulz daran, dass viele Menschen mit Behinderung nur über Werkstätten Zugang zur Arbeit fänden: „Es gibt wirklich viele Leute, die brauchen diese Betreuung auch auf der Arbeit, aber es sind auch ganz viele, die das nicht brauchen.“ Auch die Verständigung im Team nimmt einen besonderen Stellenwert ein, da mehrere Beschäftigte gehörlos sind oder eine Sprachbehinderung haben. Die Belegschaft hat eine eigene Zeichensprache entwickelt und lernt gemeinsam Gebärden. „Das ist authentisch“, betont Schulz. Die Pacht läuft zunächst fünf Jahre, danach möchte Schulz den Hof übernehmen.

← alle Meldungen aus Norden

Weitere Meldungen aus Norden