Umweltgifte am ehemaligen Fliegerhorst Oldenburg nachgewiesen
Am ehemaligen Militärflugplatz in Oldenburg wurden erneut Giftstoffe im Grundwasser und in einem angrenzenden Gewässer festgestellt. Der Stadtrat hat eine erweiterte Untersuchung beschlossen.
Das Grundwasser am ehemaligen Oldenburger Fliegerhorst ist erneut mit giftigem Vinylchlorid belastet. Zudem wurden in einer angrenzenden Bäke krebserregende PAK festgestellt, wie die Tagesschau meldet. Der Stadtrat hat daraufhin am Montag einstimmig eine umfassende Kontrolluntersuchung des Oberflächenwassers beschlossen. Das teilte die Stadt Oldenburg auf Anfrage mit. Bereits vor einem Jahr wurden bei Probenentnahmen Rückstände von Vinylchlorid im Grundwasser gefunden. Die Höhe der Überschreitung will die Verwaltung erst in einer Woche bekanntgeben. Laut Bundesbodenschutzverordnung muss ab der Nachweisgrenze von 0,5 Mikrogramm der Chemikalie pro Liter Grundwasser die Ursache dafür ermittelt werden.
Starke Belastung auch im Oberflächenwasser
Neben dem belasteten Grundwasser gibt es offenbar auch ein Problem mit dem Oberflächenwasser. Der Verein für nachhaltige Stadtentwicklung Oldenburg hat Proben aus einer Bäke am ehemaligen Militärflugplatz entnommen und untersuchen lassen. Ein zertifiziertes Labor stellte dem Verein zufolge im Sediment auf dem Grund der Bäke eine 80-fache Überschreitung des Grenzwertes der krebserregenden Chemikalie PAK fest. Auch das Wasser selbst ist den Untersuchungen zufolge stark belastet und liegt fast zehnmal so hoch wie der Grenzwert.
Untersuchungen am ehemaligen Schießstand
Nun sollen weitere Stellen überprüft werden, unter anderem das Regenrückhaltebecken auf dem ehemaligen Fliegerhorst. Die Stadtverwaltung teilte mit, dass sie keinen Zusammenhang mit dem ehemaligen Schießstand auf dem Gelände sehe, da bei den dortigen Grundwasseruntersuchungen bisher keine PAK festgestellt wurden. Schon länger steht der Verdacht im Raum, dass auf der Schießbahn des ehemaligen Fliegerhorsts giftiges Abbruchmaterial illegal vergraben wurde. Die Stadtverwaltung behauptet weiterhin, dort lägen nur Baumwurzeln und gesiebte Erde.
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