Ein 30-jähriger Mann steht seit heute wegen des Verdachts auf Brandstiftung vor dem Landgericht Kiel. Ihm wird vorgeworfen, für sechs Brände in Tiefgaragen und Kellerabteilen verantwortlich zu sein.
Am Landgericht Kiel hat der Prozess gegen einen 30-jährigen Angeklagten begonnen, dem die Anklage die Auslösung von sechs Bränden in Tiefgaragen und Kellern vorwirft. Dem Mann droht bei einer Verurteilung wegen Brandstiftung eine mehrjährige Haftstrafe. Ein Urteil wird im November erwartet. Zwischen Januar und März dieses Jahres kam es an der Hörn, dem Areal am Ende der Kieler Förde, zu mehreren Bränden in den Straßen Antipper und Stemmer. Wie die Tagesschau meldet, musste die Feuerwehr Ende Januar nach Angaben der Staatsanwaltschaft gleich zwei Mal hintereinander zu Einsätzen in einer Tiefgarage ausrücken. Dabei brannte ein Pkw komplett aus, während auch die Decke und mehrere Kabel beschädigt wurden, woraus ein Schaden von rund 25.000 Euro entstand.
Weitere Brände und ausgelobte Belohnung
Wenige Tage darauf brannte es erneut, dieses Mal im Keller eines Mehrfamilienhauses. Der Beschuldigte soll den Angaben zufolge Grillanzünder in ein Kellerabteil geworfen haben. Durch den Rauch wurden mehrere Wohnungen so stark verrußt, dass sie anschließend vorübergehend nicht mehr bewohnbar waren. Im Februar soll der Mann erneut Autos in Tiefgaragen an der Hörn angezündet haben. Die Feuerwehr konnte demnach verhindern, dass das Feuer auf das Wohnhaus übergriff. Daraufhin hatte die Kieler Polizei eine Belohnung über 2.000 Euro für Hinweise zum mutmaßlichen Täter ausgelobt. Die Bauherrin des betroffenen Gebäudekomplexes beteiligte sich mit 10.000 Euro daran.
Festnahme und Prozessverlauf
Nachdem es Anfang März erneut zu einem Feuer in einer Tiefgarage gekommen war, konnte die Polizei den Tatverdächtigen festnehmen. Er sei in der Nähe des Tatortes am Kieler Ostufer angetroffen worden, sagte damals Oberstaatsanwalt Michael Bimler. Vorausgegangen waren wochenlange Ermittlungen. Die Höhe des Gesamtschadens ist laut Staatsanwaltschaft unklar. Verletzt wurde bei den sechs Vorfällen niemand, teilt das Gericht mit. Sein Motiv ist weiterhin unklar. Seit seiner Festnahme sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Insgesamt hat das Landgericht voraussichtlich zwölf Verhandlungstage angesetzt.
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