Meldung ✓

Großauftrag für Raumfahrtkonzern: OHB baut 18 EU-Satelliten in Bremen

Der Raumfahrtkonzern OHB stellt 18 Satellitenplattformen für das EU-Projekt IRIS² am Standort Bremen her. Dafür plant das Unternehmen weiteres Wachstum und schafft zahlreiche neue Stellen.

KI-generierter Inhalt · wie wir arbeiten →

Satelliten aus Bremen? Solange die nicht auf meinen Deich fallen, ist das ganz munter. — Rocky, Chefkolumnist
Illustration zu: Großauftrag für Raumfahrtkonzern: OHB baut 18 EU-Satelliten in Bremen
Illustration: KI-generiert
Der Raumfahrtkonzern OHB fertigt 18 Satellitenplattformen für das europäische Großprojekt IRIS² in Bremen und plant an diesem Standort weiter zu wachsen. Das Netzwerk soll künftig für sichere Kommunikation sowie eine Breitbandversorgung in Europa sorgen. Die ersten Starts der Satelliten sind für das Jahr 2029 vorgesehen.
Bei der Produktion für dieses Projekt setzt der Konzern auf den Standort Bremen. „Wir werden das in Bremen machen, dafür werden wir weiter wachsen“, erklärt OHB-Vorständin Sabine von der Recke. Das Unternehmen hat derzeit allein für Bremen mehr als 120 Stellen auf seinem Bewerbungsportal ausgeschrieben. Wie die Tagesschau berichtet, soll dabei auch Erfahrung aus früheren Projekten genutzt werden. „Es wird auch Expertise einfließen, die wir in Bremen mit MEO gesammelt haben“, sagt Vorständin Sabine von der Recke.

Erfahrungen aus dem Galileo-Projekt

Zu diesen Erfahrungen trug insbesondere der Bau der Galileo-Satelliten der ersten Generation bei, die ebenfalls in einer mittleren Umlaufbahn die Erde umkreisen. Satelliten lassen sich anhand ihrer Umlaufbahnen unterscheiden: LEO bezeichnet niedrige Erdumlaufbahnen bis etwa 2.000 Kilometer Höhe mit kurzen Signallaufzeiten, wie bei Starlink und dem LEO-Anteil von IRIS². MEO bezeichnet mittlere Erdumlaufbahnen zwischen etwa 2.000 Kilometern und der geostationären Bahn und wird unter anderem für GPS, Galileo und den MEO-Anteil von IRIS² genutzt. GEO bezeichnet eine Umlaufbahn in 35.786 Kilometern Höhe über dem Äquator, auf der sich Satelliten synchron zur Erdrotation bewegen und ortsfest erscheinen.
Der Bau solcher Satelliten für den mittleren Orbit am Standort Bremen zählte in den vergangenen Jahren zu den wichtigsten Umsatzbringern des Konzerns. Zwischen 2011 und 2024 fertigte OHB in Bremen insgesamt 34 Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo. In der Serienproduktion konnten zeitweise zwei Satelliten innerhalb von drei Monaten fertiggestellt werden. Im Vergleich zu den gut 700 Kilogramm schweren Galileo-Satelliten sind die geplanten IRIS²-Satelliten mit rund 2.600 Kilogramm allerdings deutlich schwerer. Ob OHB dafür bestehende Produktionsflächen nutzen kann, etwa bisherige Kapazitäten aus der Galileo-Fertigung, lässt der Konzern bislang offen.

Auftragsstruktur und weitere Beteiligte

Direkter Auftraggeber von OHB ist nicht die Europäische Kommission, sondern der luxemburgische Satellitenbetreiber SES. SES ist innerhalb des von der EU beauftragten Konsortiums „SpaceRISE“ für die Bereitstellung der 18 größeren IRIS²-Satelliten zuständig, die eine Konstellation aus 330 kleineren Satelliten ergänzen sollen. Den Großteil dieser kleineren LEO-Satelliten – bis zu 264 Stück – soll nach Informationen des „Handelsblatts“ das erst 2018 gegründete belgische Raumfahrt-Start-up Aerospacelab bauen, die übrigen 66 militärisch nutzbaren Satelliten der Konzern Airbus. Der Anteil für den Luftfahrtkonzern, der lange als Favorit für den Löwenanteil galt und auch in Bremen einen Raumfahrt-Standort betreibt, fällt damit relativ klein aus.

Standortentscheidung für Kleinsatelliten-Fabrik weiterhin offen

Mit der Entscheidung zu den viel diskutierten Standortplänen für eine Fabrik zur Serienfertigung von Kleinsatelliten lässt sich der Raumfahrtkonzern weiterhin Zeit. Zwar hatte die Wirtschaftsförderung Bremen bereits mit einer Entscheidung Mitte August gerechnet, und auch Berichte in den Medien rund um potenzielle Standorte wie Bremen oder Sachsen führten zu Spekulationen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, betont OHB. „Wir werden es mitteilen, wenn die Entscheidung reif ist“, sagt Vorständin Sabine von der Recke.

← alle Meldungen aus Norden

Weitere Meldungen aus Norden