Großauftrag für Raumfahrtkonzern: OHB baut 18 EU-Satelliten in Bremen
Der Raumfahrtkonzern OHB stellt 18 Satellitenplattformen für das EU-Projekt IRIS² am Standort Bremen her. Dafür plant das Unternehmen weiteres Wachstum und schafft zahlreiche neue Stellen.
Bei der Produktion für dieses Projekt setzt der Konzern auf den Standort Bremen. „Wir werden das in Bremen machen, dafür werden wir weiter wachsen“, erklärt OHB-Vorständin Sabine von der Recke. Das Unternehmen hat derzeit allein für Bremen mehr als 120 Stellen auf seinem Bewerbungsportal ausgeschrieben. Wie die Tagesschau berichtet, soll dabei auch Erfahrung aus früheren Projekten genutzt werden. „Es wird auch Expertise einfließen, die wir in Bremen mit MEO gesammelt haben“, sagt Vorständin Sabine von der Recke.
Erfahrungen aus dem Galileo-Projekt
Zu diesen Erfahrungen trug insbesondere der Bau der Galileo-Satelliten der ersten Generation bei, die ebenfalls in einer mittleren Umlaufbahn die Erde umkreisen. Satelliten lassen sich anhand ihrer Umlaufbahnen unterscheiden: LEO bezeichnet niedrige Erdumlaufbahnen bis etwa 2.000 Kilometer Höhe mit kurzen Signallaufzeiten, wie bei Starlink und dem LEO-Anteil von IRIS². MEO bezeichnet mittlere Erdumlaufbahnen zwischen etwa 2.000 Kilometern und der geostationären Bahn und wird unter anderem für GPS, Galileo und den MEO-Anteil von IRIS² genutzt. GEO bezeichnet eine Umlaufbahn in 35.786 Kilometern Höhe über dem Äquator, auf der sich Satelliten synchron zur Erdrotation bewegen und ortsfest erscheinen.Der Bau solcher Satelliten für den mittleren Orbit am Standort Bremen zählte in den vergangenen Jahren zu den wichtigsten Umsatzbringern des Konzerns. Zwischen 2011 und 2024 fertigte OHB in Bremen insgesamt 34 Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo. In der Serienproduktion konnten zeitweise zwei Satelliten innerhalb von drei Monaten fertiggestellt werden. Im Vergleich zu den gut 700 Kilogramm schweren Galileo-Satelliten sind die geplanten IRIS²-Satelliten mit rund 2.600 Kilogramm allerdings deutlich schwerer. Ob OHB dafür bestehende Produktionsflächen nutzen kann, etwa bisherige Kapazitäten aus der Galileo-Fertigung, lässt der Konzern bislang offen.