Tarifkonflikt in Schleswig-Holstein: Ver.di droht mit Warnstreiks im Busgewerbe
Im kommunalen Busgewerbe in Schleswig-Holstein verhandeln Gewerkschaft und Arbeitgeber erneut über mehr Geld. Sollte kein Angebot vorgelegt werden, drohen Warnstreiks auf zahlreichen Linien.
Fährt kein Bus, nehm ich halt das Klapprad. Moin.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Im Tarifkonflikt des kommunalen Busgewerbes in Schleswig-Holstein kommen Gewerkschaft und Arbeitgeberverband heute zu einer neuen Verhandlungsrunde zusammen. Die Gewerkschaft ver.di fordert mehr Geld sowie eine Sonderzahlung für rund 1.800 Beschäftigte und schließt Warnstreiks bei ausbleibendem Angebot nicht aus. Nachdem beide Parteien zuletzt im August miteinander gesprochen hatten, verhandeln Vertreter der Gewerkschaft ver.di und des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV.SH) erneut über die Bezahlung der Busfahrer in den kommunalen Betrieben in Flensburg, Kiel, Neumünster und Lübeck. Für die 1.800 Beschäftigten fordert ver.di 6,5 Prozent mehr Geld sowie eine jährliche Sonderzahlung in Höhe von 650 Euro für ver.di-Mitglieder, wie die Tagesschau meldet. Die Gewerkschaft begründet ihre Forderungen mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten, wegen derer die Beschäftigten für die Leistungen der vergangenen Jahre belohnt werden müssten.
Arbeitgeber halten Forderungen für überhöht
Ein Sprecher des Kommunalen Arbeitgeberverbandes bezeichnete die Forderung von 6,5 Prozent bereits im August als überzogen und verwies darauf, dass die Betriebe dies schon wegen der hohen Energiekosten nicht leisten könnten. Zudem sei eine Sonderzahlung ausschließlich an ver.di-Mitglieder aus rechtlichen Gründen nicht möglich. "Sie wäre nach unserer Satzung satzungswidrig und damit rechtswidrig", teilte Verbandsgeschäftsführer des KAV.SH Jan Jacobsen nach Unterbrechung der Verhandlungen im August mit.
Warnstreiks im Busgewerbe nicht ausgeschlossen
Sollten die Arbeitgeber heute kein Angebot vorlegen, seien Warnstreiks sehr wahrscheinlich, sagte ver.di-Verhandlungsführer Sascha Bähring. Von etwaigen Arbeitsniederlegungen wäre gut ein Drittel aller Busverbindungen in Schleswig-Holstein betroffen.
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