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Start der Ganztagsbetreuung in Schleswig-Holstein löst Debatte aus

Seit zwei Wochen gilt in Schleswig-Holstein der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Erstklässler. Während das Bildungsministerium eine positive Bilanz zieht, kritisieren die Gewerkschaft GEW und die Stadt Lübeck Mängel bei Räumen, Bürokratie und Personal.

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Mittagessen auf dem Flur? Kenn ich. Nennt sich bei uns Krabbenbrötchen auf der Kante. — Rocky, Chefkolumnist
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Seit gut zwei Wochen gilt in Schleswig-Holstein mit dem Start des neuen Schuljahres ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Erstklässler. Während das Bildungsministerium den Auftakt positiv bewertet, äußern Kommunen und Gewerkschaften deutliche Kritik. Neben räumlichen Engpässen stehen fehlende Förderbescheide und Personalbedarf im Fokus.
Bei einer ersten Zwischenbilanz im Bildungsausschuss gab sich Bildungsstaatssekretär Tobias von der Heide (CDU) zufrieden, wie die Tagesschau berichtet. „Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung läuft sehr gut an“, so der Politiker. Es gebe kaum Meldungen über Probleme. Insgesamt habe das Land beim Ganztagsausbau große Fortschritte gemacht. Nach Ministeriumsangaben gibt das Land 716 Millionen Euro aus, um die für den Schulbau zuständigen Kommunen bei den nötigen Ausbauten zu unterstützen. 85 Prozent der förderfähigen Investitionskosten zahlt das Land und steuert 75 Prozent zu einem Teil der Betriebskosten bei.

Kritik an Räumlichkeiten und Mensakapazitäten

Während sich der Staatssekretär zufrieden zeigt, sieht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auch nach dem Start des Rechtsanspruchs erheblichen Nachholbedarf. GEW-Vorsitzende Kerstin Quellmann bemängelt, dass Kinder teilweise am Nachmittag in demselben Raum betreut würden, in dem sie am Vormittag bereits unterrichtet wurden. Es bleibt unglaublich viel, was nachgebessert werden muss. Einer Umfrage der Gewerkschaft vor den Sommerferien zufolge haben lediglich 37 Prozent der Schulen in Schleswig-Holstein eine ausreichend große Mensa. Viele Kinder müssten nun im Schichtbetrieb essen oder gar auf dem Flur, ärgert sich Quellmann.

Mangelnde Unterstützung und Forderungen an das Land

Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) beklagt auch nach dem Schulstart mangelnde Unterstützung des Landes beim Ausbau der Schulgebäude. „Durch die fehlenden Förderbescheide stagniert der Ausbau der Räumlichkeiten für die Ganztagsschulen“, kritisiert Lindenau. Insgesamt hält er die Richtlinien des Landes für unnötig kompliziert. Der bürokratische Aufwand bei der Antragstellung wäre auf das notwendige Maß zu reduzieren. In Anbetracht der angespannten Haushaltslage fordert Lindenau, dass das Land die förderfähigen Kosten komplett übernimmt. Andernfalls könnten die Schulgebäude nicht wie geplant erweitert werden. Insgesamt würden in Lübeck über alle Klassen hinweg aktuell rund 80 Prozent der Kinder im Ganztag betreut. Lübeck sei gut aufgestellt. Ob aktuell alle Kinder mit Ganztagsanspruch eine Betreuungsmöglichkeit haben, sagt die Hansestadt jedoch nicht.Eine weitere Schwachstelle sieht die GEW bei der Betreuung. Das Land müsse für die Ganztagsbetreuung mehr pädagogisch geschultes Personal einsetzen, so Quellmann. Dazu solle das Land auch mit Einrichtungen außerhalb der Schulen kooperieren. Lehrer, die den Unterricht am Vormittag gestalten, müssten außerdem mehr Zeit bekommen, sich mit den Betreuern des Ganztags abzustimmen und damit Unterricht und Ganztagsbetreuung besser miteinander verzahnen zu können.

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