Schleswig-Holstein verzeichnet leichtes Plus bei Übernachtungszahlen
Im ersten Halbjahr 2026 sind die Gäste- und Übernachtungszahlen in Schleswig-Holstein erneut leicht gestiegen. Trotz Herausforderungen durch extrem kurzfristige Buchungen blickt die Branche zuversichtlich auf das Gesamtjahr.
Platz sechs im Bundesländervergleich
Deutschland bleibt als Urlaubsland weiterhin beliebt. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Zahl der Übernachtungen bundesweit im ersten Halbjahr um durchschnittlich 0,3 Prozent. Im Vergleich der Bundesländer belegt Schleswig-Holstein bei den Übernachtungen den sechsten Platz hinter Bayern, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hessen. Wie die Tagesschau meldet, entwickelte sich der Tourismus regional allerdings unterschiedlich: Während die Übernachtungen an der Ostsee und im Binnenland leicht zulegten, verzeichnete die Nordsee einen Rückgang um ein Prozent.Besonders schwach entwickelte sich der Juni mit 4,9 Prozent weniger Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH) führt dies unter anderem auf Unwetter sowie fehlende Ferien- und Feiertage zurück.
Verändertes Buchungsverhalten fordert Betriebe
Nur knapp fünf Prozent der Gäste reisten aus dem Ausland an. Der wichtige Auslandsmarkt Dänemark entwickelte sich ebenfalls schwach, da die Zahl dänischer Übernachtungen um 8,4 Prozent unter dem Vorjahreswert lag. Die meisten Gäste kamen im Vergleich aus Nordrhein-Westfalen. Zudem stellt TA.SH-Geschäftsführer Stefan Borgmann fest, dass ein wachsender Teil der Urlauber aus dem eigenen Land kommt, was an den hohen Kraftstoffpreisen liegen könnte.Zusätzlich belastet ein verändertes Buchungsverhalten die Branche, da Gäste immer kurzfristiger und teilweise erst auf dem Weg in den Urlaub buchen. Digitale Echtzeitinformationen und Wetter-Apps verstärken diesen Trend. Dadurch sinke die Planungssicherheit für die Betriebe, so Borgmann. Weitere Belastungen sind hohe Betriebskosten, steigende Kraftstoff- und Lebenshaltungskosten sowie der Arbeitskräftemangel.