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Gesundheitsreform in Schleswig-Holstein: Hausärzte befürchten Engpässe und längere Wartezeiten

Neue Budgetgrenzen durch das Gesetz zur Beitragsstabilisierung verunsichern die Ärzteschaft in Schleswig-Holstein. Fachleute warnen vor längeren Wartezeiten und Einschränkungen bei der Vorsorge.

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Lange Wartezeiten für einen Termin? Das kennen wir im Norden sonst nur von der Elbfähre. — Rocky, Chefkolumnist
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Das in Kraft getretene Gesetz zur Beitragsstabilisierung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) soll Ausgaben begrenzen und Kassenbeiträge stabilisieren. Für Patienten könnte dies laut Hausärzteverband jedoch unter anderem längere Wartezeiten bedeuten, wie die Tagesschau meldet. Betroffen von den Sparmaßnahmen sind vor allem Impfungen, Gesundheitschecks und die Hautkrebsvorsorge.

Neuregelung der Praxisbudgets

Nach Angaben von Leslie Hodam wurden diese Leistungen von den Hausarztpraxen bislang zusätzlich bezahlt. Künftig sollen sie aus dem begrenzten Praxisbudget beglichen werden. Ähnlich stellt sich die Lage bei Fachärzten dar, etwa bei Orthopäden oder Gynäkologen, wo bisher extra vergütete Leistungen ebenfalls wieder in das begrenzte Budget fallen. Sollte dieses im Laufe des Quartals ausgeschöpft sein, werden weitere Behandlungen möglicherweise nicht mehr vollständig vergütet, was zu längeren Wartezeiten für Patienten führen könnte.

Vorsitzender des Hausärzteverbands Jens Lassen erklärt dazu: „Sie können nicht in der Hausarztpraxis um 16 Uhr die Tür abschließen und sagen, hier ist kein Honorar mehr, wir bekommen kein Geld mehr. Sondern die Menschen sind da und müssen versorgt werden“. Einige von NDR Schleswig-Holstein befragte Praxen gaben jedoch an, dass sie bei verbrauchtem Budget bis zum Ende eines Quartals schließen müssten.

Warnung vor langfristigen Folgen

Kieler Gesundheitsökonom Professor Thomas Dabrinski warnt davor, dass gerade die ambulante Versorgung unter Druck geraten werde. Auch Einschnitte bei Vorsorgeuntersuchungen könnten langfristige Folgen haben. Laut Dabrinski ist die gesundheitspolitische Agenda falsch gesetzt, da sie unter dem Begriff „ausgabenorientierte Versorgung“ laufe. Stattdessen müsse das komplette Finanzierungssystem neu justiert werden, um genügend Geld für die Versorgung bereitstellen zu können.

Unklarheiten bei künftigen Budgets

Wie stark Patienten im Land tatsächlich betroffen sein werden, ist noch offen, da die genaue Höhe der Praxisbudgets für das kommende Jahr noch nicht feststeht. Laut Kassenärztlicher Vereinigung Schleswig-Holstein ist die Verunsicherung unter den Ärzten entsprechend groß.

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