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Durchwachsene Erntebilanz 2026 in Niedersachsen durch Hitze und Trockenheit

Wegen anhaltender Trockenheit und starker Hitze verzeichnen Niedersachsens Landwirte Ertragseinbußen bei Getreide und Kartoffeln. Für mehrere Agrarprodukte ziehen die Preise an.

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Kleinere Kartoffeln? Passt schon, muss man wenigstens weniger schälen. — Rocky, Chefkolumnist
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Die Erntebilanz in Niedersachsen fällt für das Jahr 2026 aufgrund von Hitze und ausgeprägter Trockenheit durchwachsen aus. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer schränkten die Wetterbedingungen das Wachstum von Kulturen wie Kartoffeln und Zwiebeln ein und führten zu Ertragseinbußen beim Getreide. Dennoch liegen einige Erträge weiterhin über dem mehrjährigen Durchschnitt.

Einbußen bei Getreide und Knollenfrüchten

Das Wetter war bei der Aussaat im Jahr 2025 zwar günstig, die Trockenheit von März bis April 2026 sowie eine Hitzeperiode Ende Juni mit Temperaturen von teils knapp über 40 Grad Celsius trafen die Kulturen jedoch in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Wie die Tagesschau berichtet, erreicht die Getreideernte nach vorläufigen Berechnungen des Landesamtes für Statistik rund 5,5 Millionen Tonnen. Das sind etwa 200.000 Tonnen beziehungsweise 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Durchschnittsertrag liegt dennoch über dem Schnitt der vergangenen sechs Jahre.

Bei der früh geernteten Wintergerste lag der Ertrag sowohl über dem Vorjahr als auch über dem Sechs-Jahres-Mittel. Beim Winterweizen fiel die Hitze bei späteren Sorten genau in die Kornfüllungsphase, weshalb der Ertrag 7,6 Prozent unter dem Vorjahreswert und unter dem Sechs-Jahres-Mittel liegt. Beim Winterraps ging der Ertrag durch Frost während der Blüte, Schotenschädlinge, Hitze und regionalen Hagel um knapp 20 Prozent zurück. Raps wird dadurch teurer und der Preis steigt über den Fünf-Jahres-Schnitt.

Bei den Kartoffeln wurde die Anbaufläche in Niedersachsen nach dem Überangebot des Vorjahres um mehr als zehn Prozent reduziert. Trockenheit und Hitze beeinträchtigten das Knollenwachstum stark, sodass die Pflanzen trotz ausreichendem Ansatz nicht genügend nachwachsen konnten. Wegen der geringeren Haupternte erhalten die Betriebe wieder mehr Geld für ihre Kartoffeln. Bei den Zwiebeln stieg die Anbaufläche um rund vier Prozent auf etwa 9.700 Hektar, wodurch Niedersachsen das Bundesland mit dem größten Zwiebel-Anbau bleibt. Allerdings bremste der Wassermangel auch hier das Größenwachstum.

Situation bei Mais, Zuckerrüben und Rahmenbedingungen

Mais ist mit 565.000 Hektar die flächenstärkste Kultur in Niedersachsen. Davon entfallen 476.000 Hektar auf Silomais und rund 89.000 Hektar auf Körnermais. Trockenstress verhinderte mancherorts die Blüte, wodurch Bestände kolbenlos blieben und deutliche Ertragseinbußen zu erwarten sind. Bei den Zuckerrüben wird je nach Region von einer unterdurchschnittlichen bis durchschnittlichen Ernte ausgegangen. Die Ernte beginnt in den nächsten Tagen; Beregnung half teils dabei, Ertrag und Zuckergehalt abzusichern.

Neben Hitze und Trockenheit verändert der Klimawandel auch das Auftreten von Schädlingen und Krankheitserregern, was angepasste Sorten, ein Monitoring und Pflanzenschutz erfordert. Die Bedeutung der Feldberegnung steigt, jedoch ist die Entnahme von Grundwasser begrenzt und in manchen Regionen schwer zu genehmigen. Neben den klimatischen Bedingungen sorgt auch der Kostendruck für Belastungen: Treibstoff für die dieselbetriebenen Schlepper und Mähdrescher ist zu einem größeren Kostenfaktor geworden als früher.

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