Tausende Verspätungen nach Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin
Die zehnmonatige Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin sollte für mehr Pünktlichkeit sorgen. Eine parlamentarische Anfrage zeigt nun, dass die Unzuverlässigkeit stattdessen zugenommen hat.
Das Bahnfahren zwischen Hamburg und Berlin sollte durch die zehnmonatige Generalsanierung der Strecke zuverlässiger werden. Es sei jedoch noch schlimmer geworden, wie aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der zwei Grünen Bundestags-Abgeordneten aus Hamburg, Linda Heitmann und Katharina Beck, hervorgeht. Insgesamt 3150 Verspätungen in nur 43 Tagen seit Freigabe der sanierten Bahnstrecke Hamburg-Berlin listet die Deutsche Bahn darin auf, wie die Tagesschau berichtet. In 219 Fällen kamen Züge sogar mit mehr als 90 Minuten Verspätung an.
Hohe Unpünktlichkeitsquote und Ausfälle
Nach der Sanierung im Juni fuhren rund 80 Prozent der Züge zwischen Hamburg und Berlin unpünktlich, im Juli war es kaum besser mit knapp 70 Prozent. Dazu fielen gut 170 Züge aus, was durchschnittlich vier Zügen pro Tag entspricht. Als Gründe für die Unzuverlässigkeit gibt die Bahn Hitzetage, vorausfahrende unpünktliche Züge, verspätete Bauarbeiten und Restmängel an. Bis heute sei die Signaltechnik nicht auf dem neuesten Stand.
Scharfe Kritik von Bundestagsabgeordneten
Hamburger Bundestagsabgeordnete üben scharfe Kritik an den Zuständen. "Nach der Sanierung wurden selbst niedrige Erwartungen leider noch untertroffen", kritisierten Linda Heitmann und Katharina Beck. Dass die Bahn keine Besserung gelobe, sei "schwer erträglich".