Seekabel-Arbeiten führen zu Einschränkungen auf Helgoland
Wegen Arbeiten am Seekabel wird Helgoland Mitte September temporär vom Festland-Stromnetz getrennt. Zudem fällt die Telekommunikation für zwölf Stunden aus.
Mal zehn Stunden ohne Internet? Da bleibt wenigstens mehr Zeit fürs Krabbenpulen.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Auf Helgoland kommt es Mitte September aufgrund von Arbeiten am Seekabel zu vorübergehenden Einschränkungen bei der Stromversorgung und Telekommunikation. Während Diesel-Aggregate die Stromversorgung sichern, werden Telekommunikationsdienste am siebzehnten September für zwölf Stunden unterbrochen sein. Der Netzbetreiber Schleswig-Holstein Netz baut am Festlandende des Seekabels, das die Insel mit Strom und Daten versorgt, eine neue Verbindungsstelle. Dafür wird Helgoland vom Mittwoch, dem sechzehnten September, vierzehn Uhr, bis zum Freitag, dem achtzehnten September, vierzehn Uhr, vom Festland-Stromnetz getrennt. Die Versorgungsbetriebe Helgoland stellen die Stromversorgung in dieser Zeit mit Diesel-Aggregaten sicher, wodurch es nach Angaben des Netzbetreibers keine Einschränkungen beim Strom geben soll. Am Donnerstag, dem siebzehnten September, werden Internet, Festnetz und Mobilfunk auf Helgoland voraussichtlich zwischen acht und zwanzig Uhr komplett unterbrochen. Notrufe bleiben nach Angaben von Schleswig-Holstein Netz weiterhin möglich. In einem Schreiben an alle Einwohner bittet das Unternehmen darum, die Information weiterzugeben, und Vermieter sollen ihre Feriengäste rechtzeitig informieren.
Verlegung der Verbindungsmuffe in St. Peter-Ording
Hintergrund der Arbeiten ist die sogenannte Verbindungsmuffe am Strand von St. Peter-Ording. Dort trifft das im Jahr zweitausendneun verlegte Seekabel auf das Erdkabel des Festlandnetzes. Da die Muffe in einem Bereich liegt, der bei Flut überspült wird, und sich dort inzwischen ein Priel gebildet hat, wurde das Kabel wiederholt freigespült. Nachdem die Muffe bereits im vergangenen Jahr erneut vergraben werden musste, wird sie nun rund siebenhundert Meter landeinwärts verlegt, um dauerhaft vor den Gezeiten geschützt zu sein. Die Arbeiten laufen in zwei Schritten: In der Woche ab dem siebten September gräbt eine Spezialmaschine im Strandbereich den neuen Kabelgraben, wobei sich der Zeitplan nach Ebbe und Flut richtet. In der Folgewoche erfolgt die eigentliche Umschaltung mit den neuen Verbindungsmuffen. Projektleiter Thorsten Hansen von Schleswig-Holstein Netz spricht von anspruchsvollen Arbeiten im Flutungsbereich, für die auch ein Schwimmponton zum Einsatz kommt.
Bedeutung für die Versorgungssicherheit
Das Seekabel ist seit seiner Inbetriebnahme die zentrale Lebensader der Insel für Strom und Daten. Wie verwundbar die Verbindung ist, zeigte sich bereits im Herbst zweitausendzwanzig, als die Insel nach einem Sturm rund achtundvierzig Stunden ohne Telefon und Internet war. Mit der Verlegung der Muffe soll die Versorgungssicherheit langfristig auf hohem Niveau bleiben, wie Schleswig-Holstein Netz mitteilte. Die Gemeinde Helgoland hat das Anschreiben des Netzbetreibers als Aushang veröffentlicht. Auch das Hamburger Abendblatt und die Nordsee-Zeitung berichten über die geplante Unterbrechung.
Die neue Dünenfähre ist auf Helgoland angekommen, die Übergabe an die Gemeinde steht jedoch noch bevor. Zudem befasste sich der Hauptausschuss mit der Verkehrsanbindung der Insel.
Auf Helgoland sucht die Post nach einer neuen Bleibe, da ihr bisheriges Gebäude abgerissen wird. Die Gemeinde appelliert an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.
Die Gemeinde Helgoland berät über die mögliche Einrichtung eines eigenen Bauhofs. Vor einer finalen Entscheidung soll das Ergebnis einer externen Personalbedarfsanalyse abgewartet werden.
Nach stürmischem Wetter und hohem Wellengang am Wochenende fahren die Ausflugsschiffe nach Helgoland ab Montag wieder planmäßig von Büsum, Cuxhaven und Hamburg ab.
Der Hauptausschuss auf Helgoland hat einstimmig eine Werbeaktion für die Freiwillige Feuerwehr beschlossen. Mit Verteileimern soll auf den Personalmangel aufmerksam gemacht werden, um eine Pflichtfeuerwehr zu verhindern.
Das Gesundheitszentrum Helgoland schließt das Jahr 2025 mit einem geringeren Verlust als geplant ab. Weil die Gemeinde zu viel im Voraus gezahlt hat, fließt nun Geld zurück.