Finanzbilanz auf Helgoland: Tourismus-Service schließt Jahr mit Millionenminus ab
Der Eigenbetrieb Helgoland Tourismus-Service verzeichnet für das Jahr 2025 einen Verlust von knapp 2,86 Millionen Euro. Die Gemeinde soll das Defizit nun vollständig aus ihrem Haushalt ausgleichen.
Höheres Minus als im Vorjahr, aber unter Planwert
Das ausgefallene Ergebnis fällt um rund 251.000 Euro höher aus als im Vorjahr, in dem ein Verlust von 2.609.223,72 Euro verzeichnet wurde. Zugleich liegt der Fehlbetrag bei einer Bilanzsumme von 1.574.191,81 Euro deutlich unter dem im Wirtschaftsplan 2025 veranschlagten Planverlust von 3,2 Millionen Euro. Die nicht benötigten Mittel für den Verlustausgleich in Höhe von rund 340.000 Euro fließen an die Gemeinde zurück und sind in der Bilanz als Verbindlichkeit ausgewiesen. Auf Basis des Prüfberichts von Wirtschaftsprüfer Hans Musehold gemäß Paragraf 24 Absatz 2 der Eigenbetriebsverordnung soll der Ausschuss der Gemeindevertretung empfehlen, den Abschluss festzustellen.Umsatzrückgänge und steigende Aufwendungen
Hinter dem Jahresergebnis stehen gegenläufige Entwicklungen. Die Umsatzerlöse sanken um 228.000 Euro auf 3,32 Millionen Euro, woran vor allem der Wegfall des Vermietungsbetriebs im Kurmittelhaus mit einem Plus-Minus-Effekt von minus 600.000 Euro Anteil hatte. Dem standen Einnahmezuwächse gegenüber: Die Kurabgabe brachte nach Preisanhebungen 866.000 Euro ein (plus 213.000 Euro). Die Vermietungen auf der Düne mit Bungalows, Camping und Strandkörben legten um 121.000 Euro zu, die Anwendungen im Kurmittelhaus um 76.000 Euro. Auf der Aufwandsseite schlugen die allgemeine Preissteigerung sowie Tariferhöhungen durch: Der Personalaufwand stieg auf 3,15 Millionen Euro, die sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf 1,39 Millionen Euro.Entwicklungen in den einzelnen Betriebsbereichen
Die Erfolgsübersicht zeigt die Fehlbeträge in den Sparten. Den größten Negativposten bildet der allgemeine Kurbetrieb mit einem Minus von rund 1,45 Millionen Euro, gefolgt vom Schwimmbad mit knapp 1,21 Millionen Euro. Der Anwendungsbereich des Kurmittelhauses (minus 261.000 Euro) und die Strandkörbe (minus 48.000 Euro) arbeiteten ebenfalls defizitär. Positiv schloss dagegen der Vermietungsbereich auf der Düne mit einem Überschuss von rund 140.000 Euro ab.Als Ursache für die Entwicklung nennt der Lagebericht auch die Besucherzahlen: Die Gästezahl sank 2025 um 12.362 Personen beziehungsweise 4,1 Prozent auf 289.379. Die Zahl der Übernachtungsgäste ging um 0,7 Prozent auf 85.071 zurück, die Übernachtungen sanken um 3,3 Prozent auf 306.537. Ziel bleibt das Niveau der Vorpandemiejahre von 350.000 bis 400.000 Gästen.
Der Wirtschaftsprüfer bescheinigt der Werkleitung eine angemessene Lagebeurteilung und stellt fest, dass der Eigenbetrieb zur Erhaltung des Eigenkapitals und zur Sicherung der Liquidität dauerhaft auf den Verlustausgleich durch die Gemeinde angewiesen ist. Größere Einsparpotenziale oder Erlössteigerungen seien derzeit nicht zu erwarten. Die endgültige Beschlussfassung liegt bei der Gemeindevertretung, die sich am 28. September 2026 mit der Vorlage befasst.