Aktion in Niedersachsen: Kampagne wirbt für Plattdeutsch im September
Die Arbeitsgemeinschaft „Platt is cool“ fordert im September dazu auf, freitags Plattdeutsch oder Saterfriesisch zu sprechen. Schirmherr Olaf Lies hebt die Bedeutung der Regional- und Minderheitensprachen hervor.
Dazu empfing Schirmherr Lies Vertreter der Arbeitsgemeinschaft – darunter auch Schülerinnen und Schüler, die ihre Sprachprojekte präsentierten, wie die Tagesschau berichtet. Der Politiker hat dabei seinen zweitliebsten plattdeutschen Spruch zum Besten gegeben: "Liekut is de körtste Weg, avers nich immer de eenfachste", sagte der SPD-Politiker zum Auftakt der Kampagne am Mittwoch. Auf Hochdeutsch bedeutet das so viel wie: Der gerade Weg ist zwar der kürzeste, aber nicht immer der einfachste. Das gelte auch für vieles in der Politik, so der 59-Jährige.
Lies tut sich mit Plattdeutsch schwer
Sein erster Lieblingsspruch lautet demnach: "Ut anner Lüü Leer is good Reem snieden!" – Aus dem Leder anderer Leute lassen sich gut Riemen schneiden. Die Redewendung warnt sinngemäß davor, allzu leichtfertig das Geld anderer Leute auszugeben. Plattdeutsch könne Lies inzwischen ganz gut verstehen – mit dem Sprechen tue er sich aber weiterhin schwer. So wechselten ostfriesische Freunde ins Hochdeutsche, wenn er dabei sei. "Was super schade ist", sagte der Ministerpräsident bei dem Termin in der Staatskanzlei.
Motto der Kampagne lautet "Zusammenhalt"
Plattdeutsch sei keine Belastung, vielmehr eine Bereicherung, so Lies am Mittwoch. Früher hätten manche Eltern ihren Kindern geraten, Hochdeutsch zu sprechen, damit "aus ihnen etwas wird". Diese Zeit sei glücklicherweise überwunden, sagte der SPD-Politiker. Das diesjährige Motto der Kampagne lautet "Zusammenhalt". Es solle deutlich machen, wie "Regional- und Minderheitensprachen Menschen verbinden, Gemeinschaft schaffen und kulturelle Identität stärken", hieß es in einer Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft "Platt is cool".