Tarifkonflikt spitzt sich zu: Hafenarbeiter lehnen Angebot der Arbeitgeber ab
Im Tarifstreit der deutschen Nordseehäfen drohen neue Streiks, nachdem eine Mehrheit der ver.di-Mitglieder das jüngste Angebot abgelehnt hat. Die Arbeitgeberseite warnt vor den wirtschaftlichen Folgen.
Wenn im Hafen nix rollt, hab ich immerhin Zeit für 'n zweiten Kaffee.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Im Tarifkonflikt der rund 12.000 Hafenbeschäftigten in Hamburg und den anderen deutschen Nordseehäfen spitzt sich die Lage zu. Nachdem die Beschäftigten ein neues Angebot der Arbeitgeber abgelehnt haben, drohen erneut Streiks in den Häfen. Bereits zwei Mal hatten die Hafenunternehmen ein Angebot für eine Lohnerhöhung vorgelegt, wie die Tagesschau berichtet.
Zwei Mal hatten die Hafenunternehmen ein Angebot für eine Lohnerhöhung von mehr als 5 Prozent vorgelegt und darüber hinter verschlossenen Türen mit Vertreterinnen und Vertretern der Gewerkschaft ver.di verhandelt. In beiden Fällen bestand ver.di darauf, vor einer Einigung noch die Hafenbeschäftigten zu befragen. Nach Gewerkschaftsangaben stimmte dann eine breite Mehrheit der 6.000 Umfrage-Teilnehmer gegen die Annahme des Angebots. Warnstreiks sind nun nicht ausgeschlossen, heißt es in einer Mitteilung der ver.di-Verhandlungsführung. Die Arbeitgeber nennen das unverhältnismäßig und appellieren an die Gewerkschaft, verantwortungsvoll zu handeln. Man dürfe die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der deutschen Seehäfen nicht gefährden.
Unterschiedliche Positionen bei Laufzeit und Lohn plus
Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) hatte nach Angaben von ver.di für die Beschäftigten in Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Emden, Brake und Wilhelmshaven Lohnerhöhungen von 5,1 Prozent, rückwirkend ab dem 1. August 2026, angeboten, bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 18 Monaten. Zudem soll es eine Mindesterhöhung von 1,20 Euro pro Stunde geben. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung der Stundenlöhne von 8,2 Prozent, mindestens aber 2,50 Euro pro Stunde, bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten.
Vorstand beim Hamburger Hafenbetreiber HHLA und Verhandlungsführer der Arbeitgeber Torben Seebold sagt, man sei an die Grenzen der wirtschaftlichen Möglichkeiten gegangen. Ein Tarifabschluss jenseits davon würde Betriebe nachhaltig gefährden - und damit auch Arbeitsplätze in den deutschen Seehäfen.
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