Vom TV-Komparsen zum Helfer auf Sylt: Das Leben von Andreas Arndt
Andreas Arndt ist vielen aus TV-Rollen und Bierwerbung bekannt. Hauptberuflich begleitet der 62-Jährige jedoch seit vielen Jahren Menschen mit Behinderungen bei der Lebenshilfe Sylt.
Ein Bierdeckelgesicht mit dem Herz am rechten Fleck – so löppt das auf Sylt.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Der 62-jährige Andreas Arndt ist vielen Menschen aus TV-Produktionen und einer Bierwerbung bekannt, seine eigentliche Berufung hat er jedoch in der Begleitung von Menschen mit Behinderungen gefunden. Seit vielen Jahren arbeitet er bei der Lebenshilfe Sylt im Bereich „Wohnen mit Assistenz“, wie die shz berichtet. Die Reihe „Sylter Köpfe“ porträtiert Persönlichkeiten, die einen besonderen Blick auf die Insel ermöglichen. Die Ausflüge vor die Kamera waren für den gebürtigen Ratzeburger nie mehr als ein Hobby. Sein eigentlicher Beruf prägt ihn deutlich stärker: Bei der Lebenshilfe unterstützt er Menschen mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen bei Behördengängen, Arztbesuchen, alltäglichen Aufgaben sowie in Krisensituationen. Geduld, Empathie und Ausdauer seien dabei unverzichtbar. Arndt schätzt, dass Inklusion auf Sylt tatsächlich gelebt werde und die begleiteten Personen fester Bestandteil des öffentlichen Lebens seien.
Weg auf die Insel und Rollen vor der Kamera
Vor 32 Jahren kam Arndt während einer Motorradtour nach Sylt und lebt seit 1994 dort. Auch nach der Trennung von seiner Frau blieb er wegen seiner beiden Söhne und der Verbundenheit zur Insel. „Ich habe das Gefühl, dort angekommen zu sein, wo ich hingehöre“, sagt er rückblickend. Ohne seine Kamera geht es für ihn nicht. Zum Fernsehen kam er über ein selbst gedrehtes Bewerbungsvideo nach einem Aufruf der Flensburger Brauerei im Radio. Es folgten Rollen in Dora-Heldt-Verfilmungen, Einsätze als Komparse bei „Nord bei Nordwest“ sowie ein Engagement als Darsteller für Hermès in Hamburg.
Bodenhaftung und Gelassenheit
Trotz einer Gage von mehr als 1000 Euro für den Abend stieg er danach bewusst in den Nachtbus statt ins Taxi. „Ich wollte mich wieder erden“, erzählt er. Über solche Jobs sagt er: „Sie machen das Leben bunter.“ Auch den hitzigen Diskussionen über die Insel begegnet er mit Gelassenheit. Nach dem Arbeitstag zieht es den 62-Jährigen an das Wasser, besonders in den ruhigen Wintermonaten. „Das Meer ist für mich hier im Norden die beste Gedankenwaschmaschine“, sagt er. Den Staffelstab gibt Andreas Arndt an Uwe Glindmeier weiter, der sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für den Fußball auf der Insel engagiert und den Alt-Liga-Cup organisiert.
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