NATO-Manöver vor Island: Nordholzer Marineflieger verlegen nach Keflavik
Das Marinefliegergeschwader 3 beteiligt sich mit einer P-8A „Poseidon“ an der Übung „Northern Viking 2026“. Im Nordatlantik trainieren zehn NATO-Staaten unter anderem die U-Boot-Bekämpfung.
Das in Nordholz stationierte Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ beteiligt sich mit einem Seefernaufklärer P-8A „Poseidon“ am NATO-Manöver „Northern Viking 2026“ vor Island. Dafür wurden eine Einsatzbesatzung, Techniker und weiteres Unterstützungspersonal auf den Militärstützpunkt Keflavik verlegt. Vom 22. August bis zum 4. September 2026 sind mehrere Einsatzflüge im Nordatlantik vorgesehen.
Die Übung wird von den US-Seestreitkräften in Europa geführt und von der 6. US-Flotte durchgeführt, wie die Deutsche Marine am Montag, 31. August, mitteilte. An „Northern Viking“ beteiligen sich zehn NATO-Verbündete mit Schiffen und Flugzeugen, berichtet die Nordsee-Zeitung. Auch Schiffe des Ständigen Marineverbands 1 (SNMG1) und des Ständigen NATO-Minenabwehrverbands (SNMCMG1) nehmen teil. Das Manöver findet in der GIUK-Lücke zwischen Grönland, Island und dem Vereinigten Königreich statt, die ein wichtiger Knotenpunkt für den Schiffs- und Luftverkehr zwischen Nordamerika und Europa ist. Geübt werden Operationen zur Überwasser- und U-Boot-Bekämpfung, zur maritimen Überwachung und zur Minenabwehr sowie Such- und Rettungsaktionen.
Herausforderung für die neue P-8A „Poseidon“
Kommodore des Marinefliegergeschwaders 3 „Graf Zeppelin“, Kapitän zur See Oliver Ottmüller, sagte, die „P-8A Poseidon“ befinde sich nach fast einem Jahr herausfordernden Anfangsflugbetriebs auf dem Weg zur ersten Einsatzbereitschaft. Die Verlegung nach Island an einen bekannten Einsatzort sei dennoch eine große Herausforderung, weil das neue System reibungslos in das Manöver integriert werden müsse. Er erwarte in den kommenden zwei Wochen eine Bestätigung der bisherigen Erfahrungen. Mit Blick auf die erste Einsatzbereitschaft sei die Verlegung ein weiterer Meilenstein und werde nicht die letzte sein.
Aufgaben und Ausstattung des Geschwaders
Zu den Aufgaben des Marinefliegergeschwaders 3 gehören die Überwachung großer Seegebiete, die U-Boot-Jagd und die Unterstützung des Umweltschutzes vor den deutschen Küsten. Das Geschwader ist außerdem für die Infrastruktur und den Grundbetrieb des Marinefliegerstützpunkts Nordholz verantwortlich.
Die „P-8A“ verfügt über Radar-, Video- und akustische Sensoren, kann Schiffsbewegungen verfolgen und U-Boote mit Sonarbojen orten. Die Besatzung besteht aus elf Soldaten: drei Piloten, zwei taktischen Offizieren sowie je drei Über- und Unterwasser-Sensorbedienern.