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Erfolgreiche Bernsteinsuche auf Föhr: Experten-Tipps für den richtigen Ort und Zeitpunkt

Der Wyker Bernsteinexperte Uwe Petersen erklärt, welche Bedingungen die Suche nach dem Meeresgold auf Föhr begünstigen. Zudem verrät er seinen Lieblingsort und räumt mit Verwechslungsgefahren auf.

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Moin! Bernstein suchen ist schön und gut, aber Hauptsache die Füße bleiben halbwegs trocken. — Rocky, Chefkolumnist
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Sturm, Flut und schwarzes Treibholz erhöhen die Chancen auf den Fund von Bernstein am Strand der Nordseeinsel Föhr. Der Wyker Bernsteinexperte Uwe Petersen erklärt, worauf es bei der Suche ankommt und verrät aussichtsreiche Stellen, wie die shz meldet. Durch bestimmte Wetterbedingungen und Kenntnisse über den Spülsaum lassen sich die Erfolgschancen deutlich steigern.
Im Durchschnitt findet Unternehmer Uwe „Bernstein“ Petersen etwa ein Gramm Bernstein pro Kilometer, wenn er nachts mit einer Schwarzlichtlampe durch das Watt läuft. „Es macht mir immer noch viel Spaß“, lacht der Unternehmer. Seit 31 Jahren beschäftigt sich der Inhaber des „Bernsteinzoos“ in Wyk hauptberuflich mit dem Gold des Meeres, wobei er seine besten Steine meist Fischern abkauft, denen sie als Beifang ins Netz gingen. Dem Insel-Boten hat er verraten, wann und wo die Suche auf Föhr besonders aussichtsreich ist.

Bedingungen und Fundorte auf Föhr

Für die Suche empfiehlt Petersen stürmisches Wetter und kältere Jahreszeiten. „Es darf gerne ein bisschen stürmisch sein“, sagt Petersen. Er führt aus: „Wenn die Wassertemperatur zwischen drei und vier Grad liegt, kann die Nordsee etwas mehr Salz aufnehmen. Dadurch bekommt das Wasser mehr Auftrieb.“ Da Bernstein in einer zehnprozentigen Salzwasserlösung schwimmt, begünstigt ein höherer Salzgehalt das Anspülen. „Der Salzgehalt der Nordsee liegt normalerweise zwischen 2,5 und 3,5 Prozent“, erklärt Experte Petersen. Dennoch lohne sich die Suche nach jeder Flut. „Im Grunde kann man nach jeder Flut suchen gehen“, sagt Petersen. Eine Erfolgsgarantie gebe es jedoch nicht: „Das ist wie beim Pilzesuchen: An einem Tag sind welche da, am nächsten sind sie weg.“ Der größte Fund, den ihm Urlauber im laufenden Jahr zeigten, wog 79 Gramm.Am Strand sollte man nach mürbem, schwarzem Treibholz Ausschau halten, dem sogenannten Sprockholz. „Es hat ungefähr dasselbe spezifische Gewicht wie Bernstein. Das heißt, dort, wo dieses Holz antreibt, treibt auch der Bernstein an“, erklärt er. Als konkreten Lieblingsplatz nennt Petersen das Neeshörn an der Ostseite der Insel in Richtung Vogelkoje Boldixum. Petersen merkt scherzhaft an: „Das kann ich erzählen, auch wenn ich es nicht so gerne mache, weil ich dort nicht unbedingt Leute treffen möchte.“ Dort ragen Steinlahnungen ins Watt. „Am Neeshörn ist eine Steinlahnung, die ein bisschen aussieht wie ein F. Ich sage immer ‚F-Lahnung‘ dazu.“ An dieser Stelle sammelt sich besonders viel Sprockholz. „Da finde ich eigentlich immer etwas“, zwinkert Petersen. Bei Dunkelheit nutzt er eine Schwarzlichtlampe. „Damit leuchten die Bernsteine im Dunkeln wie kleine Glühwürmchen“, erzählt er begeistert.

Entwarnung bei Phosphorgefahr und Tipps zur Bearbeitung

Warnungen vor Verwechslungen mit weißem Phosphor aus Weltkriegsmunition hält Petersen für die Nordsee für unbegründet. An der Ostsee werde Phosphor nass mit Seegras angeschwemmt: „Dann passiert nichts, das Seegras hält ihn feucht. Erst wenn Leute ihn daraus hervorpulen, weil sie denken, es sei Bernstein, wird es gefährlich.“ Zudem warnt der Bernsteinkenner: „Das kann üble Verbrennungen geben“. Für Föhr gelte dies jedoch nicht. „In der Nordsee gibt es dieses Seegras aber gar nicht“, erklärt Petersen. Er fügt hinzu: „Wenn eine Welle ein Stück Phosphor an einen Nordseestrand spülen würde, würde es so schnell trocknen und direkt ausbrennen, dass man es gar nicht mitkriegt.“Finder können Rohbernstein selbst aufbereiten. Seine Anleitung beschreibt Petersen so: „Grobes Schleifpapier, feines Schleifpapier, Zahnpasta, ein Lappen und Zahnpasta zum Polieren. Und ab dafür! Fertig.“ Erst beim Schleifen zeige sich die eigentliche Farbe. „Es kommt auf die Anzahl von Luftbläschen an, die im Stein eingeschlossen sind“, erklärt Petersen. Er führt weiter aus: „Je mehr davon vorhanden sind, desto stärker wird das Licht gebrochen und desto heller erscheint der Bernstein. Das ist wie mit einem Glas Bier: Durch das Bier kann man durchgucken, durch den Schaum nicht.“

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