Satirisches Kunstprojekt: Humorvolle Nutzungsideen für die E-Fähre „Missunde III“
Zwei Senioren aus der Schlei-Region haben auf die ständigen Probleme der E-Fähre „Missunde III“ mit einem Kunstprojekt reagiert. In Collagen stellen sie abwegige Alternativen für das Schiff vor.
Wie die shz berichtet, haben Marion Ohlerich aus Wippendorf bei Esgrus und Detlef Flüh aus Steinfeld die Fähre in ihren Werken aufs Korn genommen. „Die „Missunde III“ hat uns schon lange genervt“, sagt Marion Ohlerich aus Wippendorf bei Esgrus. „Ständig ist das Ding kaputt“, pflichtet ihr Detlef Flüh aus Steinfeld bei. Beide staunen regelmäßig über die E-Fähre auf der Schlei, die bereits bundesweit in den Schlagzeilen war. „Das kann man sich gar nicht ausdenken“, sagt Ohlerich. Mit ihren Collagen üben die 78-jährige ehemalige Kunstlehrerin mit eigenem Atelier in Rügge und der 71-jährige ehemalige Diakon und Hobbyfotograf satirische Gesellschaftskritik. „Jeder regt sich über die „Missunde III“ auf – wir wollen, dass man auch über sie schmunzeln kann“, sagt die 78-Jährige. „Wir wollten, dass man auch mal über die Fähre lachen kann“, sagt der 71-Jährige.
Satirische Ideen für die Schleiquerung
In ihrem Buch schlagen die beiden verschiedene Methoden vor, wie die E-Fähre die Schlei überqueren könnte. „Nicht jeder schwimmt gerne. So zum Beispiel die Katzen oder auch die „Missunde III“. Das muss man akzeptieren“, heißt es in ihrem Buch. Eine Idee sieht vor, große Ballons aus der früheren Luftschifffahrt zusammen mit einem antriebsstarken Ventilator anzubringen, damit das Schiff trocken herüberkommt. „Eine solche Ausstattung wäre leiser, emissionsfrei, deutlich luftiger und extrem umweltfreundlich.“ Auch Unterwasserschienen schlagen die beiden vor: „Die Fähre würde so bei jedem Wetter das gegenüberliegende Ufer treffen und sogar bei Niedrigwasser fahren können“, meinen die beiden. Auf dem herausragenden Dach könnten Fahrzeuge und Passagiere befördert werden. Ebenso bringen sie ein Schaufelrad ins Spiel, „um den underdimensionierten Antrieb der Fähre zu entlasten“, schlagen die beiden vor. Dies sei bei Ausflugsschiffen auf der Schlei bereits bewährt, beliebt bei Touristen und ein Fotomotiv.Vom Römerbauwerk bis zum Zirkuszelt
Falls die E-Fähre nicht mehr fährt, stellen die beiden Alternativen zur Verschrottung vor. Denkar wäre eine Verlängerung mit einer Rampe zu einer Brücke samt zusätzlichen Rudern zum Drehen bei Schiffsverkehr. Ebenso schlagen sie einen historischen Backsteinunterbau nach dem Vorbild des Pont du Gard in Frankreich vor: „Man kann dem neuzeitlichen Glanz der neuen Fähre durch einen ansprechenden und historisch anmutenden Backsteinunterbau einen ganz neuen Charakter verleihen“, schlagen die beiden vor. Davon versprechen sie sich touristischen Zulauf. Auch ein getarnter Hubschrauberlandeplatz im Schilfrohr oder ein Kino für Filme aus Angeln und Schwansen zählen zu den Ideen. Hobbyclown Detlef Flüh bevorzugt ein Zirkusdach. „Was liegt da näher, als ihr ein richtiges Zirkusdach drüberzustülpen?“, fragt Detlef Flüh. So könne die Fähre das sein, was sie wirklich ist: „ein Zirkus, der uns verwundert und erstaunt, uns aber auch immer wieder zum Schmunzeln und Lachen bringt.“Exemplare der Ideen sind in der Buchhandlung Schröder und der Bücherei in Süderbrarup, beim Markttreff in Brodersby sowie direkt bei den Künstlern unter 04637 723 oder 04641 1875 erhältlich.