Pflanzliche Alternativen: Gastronomie in Husum erweitert veganes Angebot
Immer mehr Restaurants und Cafés in Husum setzen auf pflanzenbasierte Gerichte. Von Seitan-Döner bis zu veganen Backwaren steigt die Nachfrage spürbar.
Im Gasthof am Zingel 11 ist Küchenchef Tino Kaulbars mit seinem Team bestrebt, neue fleischlose Geschmackskombinationen zu kreieren. „Angefangen hat es mit kleinen Warmgerichten“, sagt Kaulbars, inzwischen habe man sieben bis acht vegane Gerichte auf der Karte. Viele Menschen wollten sich gesünder ernähren, indem sie auf Fleisch verzichten, und seien bereit, Neues auszuprobieren. „Wir möchten nicht einfach nur eine Gemüseplatte oder einen Salat anbieten, sondern mit Überlegung kochen“, sagt Kaulbars. Zu den Speisen gehören Spinatknödel mit lauwarmem Apfel-Linsen-Salat, Tortellini mit Auberginenfüllung sowie im Herbst Pfifferlinge à la crème mit einer Sauce auf Sojabasis. Ein Publikumsliebling ist der vegane Haselnussbraten mit Wildkräuterstampf, gefolgt von einem Mango-Maracuja-Küchlein mit veganem Vanilleeis.
Während viele Gaststätten einzelne Hauptgerichte, Snacks, Kuchen oder Eis anbieten und Cafés Cappuccino mit Soja- oder Hafermilch meist gegen Aufschlag ausgeben, gehen manche Betriebe weiter.
Vielfältige Angebote von Döner bis Backwaren
Betreiber Yasar Cicek führt Theo’s Kitchen im „Theo Shopping Center“ und seit etwa acht Monaten das „Gönn Dir“ in der Brinckmannstraße 20. Dort sind Bäckerei, Café und Dönerladen an einem Ort vereint. Der Anstoß für das pflanzenbasierte Speisenangebot kam von seinem Sohn Mawali, der sich selbst vegan ernährt. Der vegane Döner besteht aus Seitan-Fleisch, das aus Weizeneiweiß hergestellt wird. Er wird als Tellergericht mit Reis, eingelegtem Gemüse oder Salat sowie in veganen Teigtaschen serviert, ergänzt durch vegane Mayonnaise oder Knoblauchsauce. In der Bäckerei gibt es veganes Baklava, Kuchen, Eis und Gummibärchen ohne Gelatine. Kaffeespezialitäten mit Milchalternativen werden in einer separaten Kaffeemaschine zubereitet.
Auch im HafenKaffee stellt man sich auf die Nachfrage ein. „Veganer fühlen sich bei uns sehr willkommen“, sagt Petra Althausen vom HafenKaffee. Neben einem wechselnden Kuchenangebot gibt es vegane Waffeln ohne Ei, das vegane Frühstück „Otto“, Flammkuchen und selbst gebackenes Brot mit veganen Aufstrichen. „Auch unsere Suppen sind grundsätzlich vegan“, betont Althausen. Das Angebot wechselt saisonal, derzeit wird Kürbissuppe angeboten.
Nachhaltige Konzepte und internationale Küche
Gründer Leonard Jöhnk von der Kaffeerösterei Scuderia und dem zugehörigen Café in der Hohlen Gasse 1 stellt ebenfalls fest, dass sich immer mehr Menschen vegan ernähren wollen. In der eigenen Backstube kreieren zwei Bäcker Rezepte für vegane Sandwiches und Kuchen. Das Bananenbrot habe sich zum Publikumsrenner entwickelt, zudem gibt es ein Rote-Bete-Sandwich mit Cashew-Creme. Die veganen Speisen passen laut Jöhnk gut zum nachhaltigen Konzept des Betriebes.
Auch internationale Gastronomiebetriebe führen entsprechende Speisen. Im Restaurant Rice Garden in der Hohlen Gasse 2 gibt es asiatische Fusionsküche von Edamame als Vorspeise bis zu tofubasierten Hauptgerichten auf heißer Platte, mit vietnamesischer Erdnuss-Kokos-Sauce oder gebraten mit roter Curry-Kokos-Sauce. Auf der Mittagskarte stehen zwei vegane Alternativen. Bei Alex Kitchen in der Roten Pforte 12 reicht das Angebot von einem veganen Meze-Turm mit Hummus, Falafel und gebratenem Gemüse über Wok-Gemüse-Teller, Curry und Bowls bis hin zu Nachspeisen wie Himbeer-Käsekuchen oder veganem Mousse au Chocolat.