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Trockenheit belastet Stadtbäume in Schleswig-Holstein: Kommunen testen neue Lösungsansätze

In den vergangenen Jahren sind in Schleswig-Holsteins Städten tausende Bäume vertrocknet. Kommunen erproben nun unterschiedliche Konzepte und digitale Sensoren, um das Absterben der Stadtbäume zu verhindern.

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Ein kräftiger Regenguss von oben würde den Stadtbäumen sicher guttun. — Rocky, Chefkolumnist
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In den vergangenen Jahren sind in den Städten Schleswig-Holsteins Tausende Bäume aufgrund von Hitze und Trockenheit abgestorben. Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind Lübeck und Neumünster. Laut der Deutschen Umwelthilfe gehen damit wichtige Schattenspender und natürliche Klimaanlagen im städtischen Raum verloren.
Ein Stadtbaum bietet Vögeln, Insekten sowie Kleinsäugern einen geschützten Lebensraum, produziert Sauerstoff, bindet Kohlenstoffdioxid und kühlt die Umgebungstemperatur durch Verdunstung ab. Zudem steigern die grünen Blätter nachweislich die Lebensqualität der Bewohner. Nach Angaben von Annette Eschenbach, Expertin für Bodenschutz an der Universität Hamburg, sind die Bedingungen im städtischen Raum jedoch häufig schlecht. Eschenbach erklärt: „Die Bedingungen in der Stadt sind häufig schlecht. Wir sehen ganz viele versiegelte Flächen. Wir sehen Flächen, wo im Untergrund auch Leitungen gebaut sind. Da ist einerseits der Wurzelraum oft viel zu gering und andererseits die Verfügbarkeit von Wasser zu niedrig.“

Trockene Böden setzen Bäumen zu

Ein ausgewachsener Baum benötigt laut Eschenbach zwischen 200 und 500 Liter Wasser am Tag, um gute Kühlleistungen zu erbringen. Dafür war der diesjährige Niederschlag unzureichend. Zum Ende des Sommers spricht der Deutsche Wetterdienst von ungewöhnlich stark ausgetrockneten Böden, die an die Dürrejahre 2018 und 2022 erinnern. Dies betrifft zwar hauptsächlich den Süden Deutschlands, aber auch in Schleswig-Holstein war es zu trocken. Laut den Richtwerten zur nutzbaren Feldkapazität gilt für die Bodenschicht von 0 bis 60 Zentimetern ein Wert von unter 60 Millimeter pflanzenverfügbarem Wasser als unzureichend, weshalb Bäume schnell in Hitzestress geraten und austrocknen, wie die Tagesschau meldet.

Konzepte und digitale Sensoren in den Städten

Auf Nachfragen bei größeren Städten im Land wird deutlich, wie mit dem Problem umgegangen wird. Die Stadt Neumünster arbeitet an einem Entwicklungskonzept für Stadt- und Straßenbäume. In Schleswig und anderen Städten setzt man bei Neupflanzungen auf sogenannte „Klimabäume“, von denen man annimmt, dass sie den veränderten Klimabedingungen standhalten können. Zudem ist die bedarfsgerechte Bewässerung entscheidend. Das Technischen Betriebszentrum (TBZ) Flensburg testet im Rahmen des Forschungsprojekts „Green Ecolution“ derzeit Bodenfeuchte-Sensoren. Die Idee entstand aus einem Forschungsprojekt von Studierenden der Flensburger Hochschule. Cedrik Hoffmann hat sich in seiner Masterarbeit mit den Sensoren beschäftigt, die direkt im Boden an den Baumgruppen angebracht und mit einer digitalen Plattform verknüpft werden. Hoffmann sagt dazu: „Wenn man als Student hier in Flensburg wohnt und dann mit der Stadt zusammen etwas entwickelt, was die Stadt auch wirklich braucht. Das ist schon was besonderes.“ Das Projekt wird derzeit vom TBZ, der Stadt Flensburg und dem Unternehmen PROGEEK getestet. Leuchtet ein Baum auf dem Bildschirm der Zentrale rot auf, ist der Boden zu trocken und das TBZ kann einen gezielten Bewässerungseinsatz starten. Über die Plattform wird auch die Route geplant, um Zeit zu sparen und Wasser gezielt einzusetzen. Rund 150 Sensoren sollen in nächster Zeit in Flensburg verbuddelt werden. Verläuft die Testphase positiv, könnten die Sensoren eine Option sein, um Stadtbäume in ganz Schleswig-Holstein zu schützen.

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