Großübung auf Fehmarn: 300 Einsatzkräfte proben den Katastrophenfall
Drei Jahre nach dem Orkantief „Wolfgang“ erprobten Feuerwehr, THW und Hilfsorganisationen auf Fehmarn die Abwehr einer drohenden Sturmflut.
Im Oktober 2023 fegte Orkantief „Wolfgang“ über Schleswig-Holstein hinweg und traf Ostholstein besonders hart. Feuerwehren, Technisches Hilfswerk (THW) und Hilfsorganisationen standen damals tagelang im Einsatz, da Wasser vielerorts über die Ufer trat und mehrere Küstendeiche kurz vor dem Bruch standen. Obwohl Ostholstein von einem Deichbruch verschont blieb, entstanden erhebliche Schäden und eine enorme Belastung für die Kräfte, wie die shz berichtet.
Übungsszenario in Bojendorf, Burg und Petersdorf
Diese Erfahrungen bildeten den Anlass für die groß angelegte Übung am Samstag. In Bojendorf wurde ein drohender Deichbruch gemeldet, was sofort höchste Alarmstufe auslöste. Der Führungsstab der Insel Fehmarn setzte umgehend zwei Feuerwehrbereitschaften in Marsch, um die Lage zu stabilisieren und den Deich zu sichern. Am Bauhof in Burg liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Eine Sandsackfüllmaschine warf im Minutentakt neue Sandsäcke aus, die auf Paletten gestapelt und nach Bojendorf transportiert wurden. Vor Ort machten sich Landrat Timo Gaarz, Bürgermeister Jörg Weber, Kreisbrandmeister Michael Hasselmann sowie weitere Mitarbeiter des Kreises ein Bild von der strukturierten Zusammenarbeit.
Am Deich in Bojendorf bildete eine weitere Feuerwehrbereitschaft eine lange Menschenkette, um Sandsäcke schnell zu einem Ablageplatz zu transportieren. Dort übernahm das THW die Sicherung und stapelte die Säcke präzise übereinander. Parallel dazu errichteten Einsatzkräfte in Petersdorf eine Sammelstelle für Evakuierte. Alle aus gefährdeten Bereichen gebrachten Personen wurden dort registriert, betreut und versorgt.
Dank an die Helfer nach dreistündiger Übung
Nach rund drei Stunden intensiver Übung war das Szenario beendet, und die Beteiligten konnten sich an einer Verpflegungsstation stärken sowie die Lage nachbesprechen. Ausgearbeitet hatte die Übung der ehemalige Leiter der Technischen Einsatzleitung, Heino Lafrenz, der seit Januar gemeinsam mit Kreiswehrführer Michael Hasselmann und einem Team an dem Szenario gearbeitet hatte. Hasselmann betonte die Bedeutung der Übung und sprach seinen Dank aus: „Mein Dank gilt Heino Lafrenz und natürlich allen helfenden Händen, egal, ob nun direkt am Geschehen oder im Hintergrund.“
Angesichts steigender Temperaturen, zunehmender Extremwetterereignisse und der Auswirkungen des Klimawandels gewinnen solche Katastrophenschutzübungen an Bedeutung. Die Übung zeigte, dass die Einsatzkräfte gut aufgestellt sind, um die Bevölkerung im Ernstfall wirksam vor Naturgefahren zu schützen.