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Gewässerschutz im Kreis Schleswig-Flensburg: Positiver Wandel an der Treene bei fortbestehenden Belastungen

Während verändertes Pflegemanagement der Treene zu einer guten Wasserqualität verholfen hat, bleiben andere Bäche im Kreis Schleswig-Flensburg stark belastet. Umweltverbände und Landwirte fordern gezieltere Maßnahmen und Ursachenforschung.

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Einfach mal nix tun und die Natur machen lassen – klingt nach meinem Traumjob. — Rocky, Chefkolumnist
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Der Zustand der 2500 Kilometer Fließgewässer im Kreis Schleswig-Flensburg reicht von unberührter Natur bis hin zu deutlichen Umweltbelastungen. Während sich die Treene durch eine geänderte Pflege in Abschnitten selbst reinigt und die Note „gut“ erreicht hat, gelten ihre Oberläufe weiterhin als Sorgenkinder. Ursachen für die Mängel sind fehlende Beschattung, künstliche Flussbetten sowie stoßweise Belastungen durch Nährstoffe, Gülle oder Silage.

Selbstreinigung der Treene durch angepasste Pflege

Die Unterwasserwelt der Treene wurde vom Landesamt für Umwelt (LfU) vor einigen Jahren in Teilen noch als „schlecht“ eingestuft. Durch eine Umstellung der Pflege, bei der der Fluss weitgehend in Ruhe gelassen wurde und Bagger sowie Mäh-Einsätze entfielen, stieg die Wasserqualität auf die Note „gut“, wie die shz berichtet. In nicht mehr radikal ausgebaggerten oder begradigten Bächen finden Insektenlarven und Fische wieder Verstecke. Zudem spenden dichte Ufergehölze Schatten, was das Wasser im Sommer kalt hält, mehr Sauerstoff speichert und Algenplagen sowie Fischsterben vorbeugt. Laut LfU-Daten zeigt sich die Treene ab Oeversee von ihrer besten Seite.

Belastete Oberläufe und Forderungen des BUND

Im Gegensatz dazu werden die Oberläufe der Treene wie die Kielstau oder die Bondenau von den Umweltbehörden aktuell mit den Noten „unbefriedigend“ bis „schlecht“ bewertet. Um die Nährstoffeinträge zu verringern, fordert Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Schleswig-Flensburg Rainer Borcherding einen verpflichtenden Schutzstreifen von mindestens 18 Metern Breite an allen natürlichen Gewässern, auf dem weder Dünger noch Pestizide eingesetzt werden dürfen. Zudem müssten Kreisverwaltung, Wasser- und Bodenverbände sowie Landesbehörden Fehlverhalten deutlicher benennen. „Einzelne Betriebe, die meinen, es sei nicht so schlimm, wenn mal Gülle in den Graben sickert, schaden allen ihren Kollegen, die täglich einen schweren Job machen“, so Borcherding. Ein bewussterer Konsum mit weniger Fleisch und mehr Bioprodukten könne den Gülle-Druck ebenfalls nachhaltig senken.

Standpunkt des Bauernverbandes und Grenzen der Überwachung

Dieser Haltung schließt sich auch der Bauernverband Schleswig-Holstein an, da landwirtschaftliche Betriebe schon lange eine genauere Ermittlung der Verursacher fordern. Nährstoffe gelangen nicht nur über landwirtschaftliche Flächen und Drainagen, sondern auch über Kläranlagen in die Gewässer. Eine flächendeckende Überwachung des Wassernetzes ist für die Kreisverwaltung aus Kosten- und Personalgründen jedoch nicht leistbar. Smarte Sensoren, wie sie an der Lippingau zum Einsatz kommen, vereinfachen zwar die Messungen, erfassen aber stets nur einzelne Abschnitte. Der BUND veranstaltet daher regelmäßig Mitmachaktionen wie Schadstoffmessungen im Wasser oder Müllsammeln am Strand.

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