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Historischer Roman verarbeitet Alltag auf der „Schulschiff Deutschland“

Autor Rolf-Bernhard Essig veröffentlicht ein neues Buch über die Erlebnisse an Bord der „Schulschiff Deutschland“. Am 9. September stellt er das Werk bei einer kostenfreien Lesung in Bremerhaven vor.

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Historiker Rolf-Bernhard Essig hat einen Roman verfasst, der die Erlebnisse auf der „Schulschiff Deutschland“ thematisiert. Das Buch verbindet drei Lebensläufe miteinander: die Erfahrungen seines Vaters aus den Jahren 1936 bis 1938, die Aufzeichnungen eines unbekannten Jungen aus den 1940er Jahren sowie eigene Charakterzüge des Autors. Am Mittwoch, 9. September, stellt der Autor das Werk bei einer Lesung auf dem Schiff in Bremerhaven vor.

Historisches Wissen und Tagebuchaufzeichnungen

Auslöser für das Buch war ein Fotoalbum seines verstorbenen Vaters mit Nazi-Vergangenheit, zu dem ein schwieriges Verhältnis „zwischen Scham und Sehnsucht“ bestand. Rolf-Bernhard Essig füllte Lücken mit seinem Fachwissen, versetzte sich in sein jüngeres Ich und nutzte ein heimlich kopiertes Kriegstagebuch eines Unbekannten. Daraus erschuf er den Protagonisten Robert Most, dessen Seetagebuch ab September auf 150 Seiten samt einer „Beiboot“-Einführung zu lesen ist. „Mein Vater ist tot seit 1990, den Jungen tötete man wie Robert Most im Krieg, unser Dreier-Wir ist in diesem Buch aufgegangen“, beschreibt es der Autor, wie die Nordsee-Zeitung berichtet.

Einblicke in den Bordalltag

Im Text spiegeln sich die Gedanken eines 18-Jährigen wider, der voller Vorfreude an Bord geht, um dem Vaterland zu dienen. In den Aufzeichnungen heißt es: „Wir stehen füreinander ein, wir setzen unser Leben ein, für das Schiff, für Deutschland. Die Uniform, so einfach sie noch ist, machte mich heute besonders stolz.“ Neben Mutproben, Frauengeschichten und Hänseleien beschreibt das Buch auch alltägliche Details: „Das Schlafen in der Hängematte schmeckt mir noch nicht, auch weil einige mächtig pusten und furzen, andere schnarchen, Selbstgespräche führen“. Auch die Liebe zur Seefahrt wird deutlich: „Was eine Nacht. Rasch ziehende Wolken, das schaukelnde Schiff, das Schlagen der kabbeligen See an die wunderbare „Deutschland“. Erst neun Jahre alt, halb so alt wie ich, aber wie viel Tausend Meilen hat sie hinter sich.“

Lesung in Bremerhaven

Nach der Seereise heiratet die Hauptfigur in Deutschland, verschweigt jedoch die Erlebnisse in Südamerika, bevor der Krieg ausbricht und Robert Most als Scharfschütze in Russland eingesetzt wird. Die historischen Fotos im Buch bieten einen Einblick in die zwölf Überseefahrten von 1927 bis 1939. Am Mittwoch, 9. September, findet um 19 Uhr (Einlass 18.30 Uhr) eine Lesung auf der „Schulschiff Deutschland“ in Bremerhaven statt. Rolf-Bernhard Essig liest aus dem Roman, erzählt über dessen Entstehung und zeigt Originalfotos. Sein musikalischer Partner Franz Tröger begleitet die Veranstaltung mit eigens komponierter Spieluhrmusik. Der Eintritt ist frei, es werden Spenden für den Erhalt des Schulschiffes und für die Seenotretter (DGzRS) erbeten. Anmeldungen sind unter schuressig@yahoo.de möglich.

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