Grenzüberschreitender Bevölkerungsschutz: THW und dänische DEMA testen den Ernstfall
Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks und der dänischen Katastrophenschutzbehörde DEMA trainieren gemeinsam in Haderslev. Ziel der dreitägigen Übung ist die Verbesserung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bei Bergungseinsätzen.
Gut, wenn die Nachbarn zusammenhalten – man weiß ja nie, wo der Wind herkommt.
— Rocky, Chefkolumnist
Illustration: KI-generiert
Die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) und der dänischen Katastrophenschutzbehörde DEMA üben an diesem Wochenende gemeinsam auf einem Übungsgelände im dänischen Haderslev. Vom 28. bis 30. August trainieren insgesamt 150 Retter verschiedene Szenarien der schweren Bergung. Ziel der gemeinsamen Maßnahme ist der weitere Ausbau des Bevölkerungsschutzes beider Länder. An der dreitägigen Übung nehmen 100 Einsatzkräfte von Ortsverbänden des THW sowie 50 Einsatzkräfte der DEMA teil, wie die Tagesschau meldet. Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit beim Technischen Hilfswerk (THW) Florian Gottschalk erklärte dazu: „Im Ernstfall müssen die Handgriffe funktionieren, wir müssen aber auch wissen, wie wir am besten miteinander kommunizieren“. Die Übung solle beweisen, „dass nicht allein die Technik wichtig ist - entscheidend ist das Zusammenspiel von Menschen, Gerät und eingespielten Abläufen.“
Menschenrettung aus Trümmern und Silos
Auf dem Übungsgelände in Dänemark werden verschiedene Szenarien für die Retter aufgebaut. Unter anderem wird erprobt, wie mögliche Opfer am schnellsten aus einem Silo gerettet werden können und wie Einsatzkräfte am schnellsten Menschen finden, die unter Trümmern vergraben sind. Bei solchen Übungsszenarien fließen die Erfahrungen des jeweiligen Nachbarlandes in die gemeinsame Arbeit ein. „Denn im Ernstfall müssen Handgriffe, Kommunikation und Vertrauen funktionieren, damit Hilfe schnell und effektiv ankommt.“
Langjährige Tradition der grenzübergreifenden Kooperation
Kooperationen zwischen den THW-Ortsverbänden aus Schleswig-Holstein und Dänemark gibt es bereits seit mehr als 20 Jahren. Über viele Jahre arbeiteten beide Organisationen bereits als Netzwerkpartner in Interreg-Projekten zusammen. Das THW unterstützte zudem in der Vergangenheit bei Einsätzen in Dänemark. Im Dezember 2025 wurde die Zusammenarbeit mit der Unterzeichnung einer „Joint Declaration of Intent“ offiziell bekräftigt. Deutschland und Dänemark wollen damit ihren Bevölkerungsschutz weiter ausbauen und ihre Fähigkeiten noch enger miteinander verbinden. Finanziert wird die Übung durch das im THW für Ausbildung und Übungen jährlich vorgesehene Budget. Die DEMA beteiligt sich in Form von Sachleistungen wie die Bereitstellung der Infrastruktur und des Übungsgeländes.
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