Engagement in Nordfriesland: Jugendliche bringen sich ehrenamtlich ein
Drei junge Nordfriesen berichten von ihrer Arbeit im THW, der DLRG und der Jugendarbeit. Eine Messe in Husum soll dem Ehrenamt nun noch mehr Aufmerksamkeit verschaffen.
Dario D‘Argento engagiert sich seit fast zehn Jahren beim Jugendtreff „Die flotten Lotten“ in Ostenfeld. Schon mit 15 Jahren nahm er erstmals als Betreuer teil. Heute ist der Lehramtsstudent zweiter Vorsitzender des Vereins, organisiert das Zeltlager und trainiert mehrere Volleyballteams im Husumer Sportverein. „Wenn sich niemand findet, der die Aktivitäten organisiert, sind oft Kinder die Betroffenen“, sagt D‘Argento, wie die shz berichtet. Vorbild war seine Mutter, die fünf Kinder alleine großzog und sich ehrenamtlich engagierte. „Was einem vorgelebt wird, nimmt man sich zu Herzen“, betont D‘Argento. Auch seine fünf Geschwister sind ehrenamtlich tätig. Der Grundschullehramtsstudent profitiert bei seiner Ausbildung von den Erfahrungen in der Jugendarbeit.
Einsatz bei THW und DLRG
Nadine Hauschildt ist seit ihrem zehnten Lebensjahr beim THW aktiv. „Ich bin praktisch damit aufgewachsen“, sagt sie. Ihr Vater war dort bereits jahrzehntelang aktiv. Heute ist die Biologie-Studentin, die zwischen Kiel und Husum pendelt, als Motorsägenketten-Führerin, Bootsführerin und in der Jugendarbeit tätig. Nebenbei arbeitet die ehemalige Krokusblütenkönigin als Einsatztaucherin bei der DLRG. Hauschildt schwärmt vom Gemeinschaftserlebnis und dem Erlernen praktischer Fähigkeiten im THW. „Das schafft Erinnerungen, die man nie vergisst“, sagt Hauschildt.Bosse Peters ist seit über zehn Jahren in der Jugendarbeit bei der DLRG tätig und absolvierte die Ausbildung zum Einsatztaucher. Er ist als Rettungsschwimmer am Dockkoog im Einsatz, nimmt Schwimmabzeichen ab und begleitet Freizeitveranstaltungen. „Meine Freunde waren bei der DLRG aktiv, und so bin ich hineingewachsen“, erklärt er. Als BWL-Student mit zeitgleicher Ausbildung zum Steuerfachangestellten pendelt er zwischen Heide und Kiel, fährt aber drei- bis viermal pro Woche zum Schwimmtraining nach Husum. „Man bekommt durch die Arbeit viel zurück“, betont Peters. „Es ist schön, wenn man beobachten kann, wie die Kinder von kleinauf an den Aufgaben wachsen“, sagte er. Auch Dario D‘Argento erklärt, dass es Belohnung für eigene Mühen sei, wenn man sehe, wie die Kinder durch die Vereinsarbeit aufblühen.
Anerkennung und Ehrenamtsmesse im Husumer NCC
„Jugendarbeit ist etwas grundsätzlich Wichtiges“, sagt Nadine Hauschildt. Aus diesem Grund arbeitet sie mit der THW-Landesjugend an einem neuen Konzept zur Ehrung junger Ehrenamtler. „Ehrungen kommen meist zu spät, - erst dann wenn jemand eine Organisation bereits verlässt“, sagt sie. Eine frühere Anerkennung derjenigen, die 500 bis 1000 freiwillige Stunden im Jahr leisten, könne motivieren. „Dank tut schließlich nicht weh“, sagt Hauschildt.Mehr Aufmerksamkeit soll die Ehrenamtsmesse mit dem Motto „Leinen los für Engagement“ bringen, die vom Diakonischen Werk Husum organisiert wird. Sie findet am 12. September im NCC Husum von 10 bis 15 Uhr statt. „Wir wollen das Angebot der Ortsvereine präsentieren und mit Besuchern ins Gespräch kommen“, sagt Kreisvorsitzende der Landfrauen Nordfriesland Magret Albrecht. Auch Patrick Eckert vom Verein für Betreuung und Selbstbestimmung in Nordfriesland äußert sich dazu: „Viele Menschen wissen gar nicht, welche kostenfreien Angebote wir anbieten“. Beide hoffen, auf der Messe Menschen zu treffen, die ein passendes Ehrenamt suchen.
Von 10 bis 13 Uhr findet die Ehrung für junge Ehrenamtler im Alter bis zu 27 Jahren statt. Sie wird vorgenommen von Kreispräsident Frank Zahel, Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses Katrin Samulowitz und Fachbereichsleiter Jugend, Familie und Bildung Daniel Thomsen. Musikalisch untermalt wird die Ehrung von der Jugendband „Twice“.