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Bergungskosten und Inventar der „Seute Deern“ offengelegt

Der Rückbau des gesunkenen Museumsschiffs „Seute Deern“ kostete knapp 4,9 Millionen Euro. Zudem lagern nach wie vor mehr als 300 Einzelteile der Bark in Bremerhaven.

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So 'n paar alte Planken finden auf dem Dachboden ja immer noch einen Platz. — Rocky, Chefkolumnist
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Fünf Jahre nach dem Ende des einstigen Bremerhavener Wahrzeichens „Seute Deern“ liegen genaue Zahlen zu den Gesamtkosten für Bergung und Rückbau sowie zum Verbleib der Schiffsteile vor. Insgesamt beliefen sich die Kosten für die Bergung und die Zerlegung der gesunkenen Bark auf knapp 4,9 Millionen Euro. Zudem befinden sich nach wie vor mehr als 300 inventarisierte Überreste des ehemaligen Museumsschiffs an verschiedenen Standorten in der Stadt.

Millionenkosten für Bergung und Abbau

Die Zahlen gehen aus der Antwort des Bremerhavener Magistrats auf eine Anfrage von Stadtverordneter Jan Timke und Stadtverordnete Julia Tiedemann (Bürger in Wut) hervor. Von den Gesamtkosten in Höhe von 4.870.986,82 Euro entfielen knapp 1,865 Millionen Euro auf die Bergung und gut drei Millionen Euro auf den Rückbau, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Im Betrag enthalten waren neben der Zerlegung auch die Demontage und Einlagerung von Masten und Takelage sowie die Wiederherstellung des Brückenkopfs. Den Hauptteil übernahm das Land Bremen mit rund 3,7 Millionen Euro, während die Stadt Bremerhaven rund 874.000 Euro zahlte. Ergänzend flossen 250.000 Euro aus Versicherungseinnahmen und gut 45.000 Euro aus Spenden ein.

Eine sechsseitige Inventarliste des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) dokumentiert die erhaltenen Teile. Zu den eingelagerten Stücken gehören unter anderem Anker, Bullaugen, drei Rettungsbooten, Masten, Türen, Leuchten, die Gallionsfigur, das Steuerrad, der Hauptmast mit Mastfuß, Rahen, Gangway, Kompassstand, Rettungsringe sowie die Namensschilder „SEUTE DEERN“ und „SEUTE DEERN HAMBURG“. Die Entscheidung zur Aufbewahrung aller erhaltungsfähigen Bestandteile traf die damalige Projektleitung des Museumshafens in Abstimmung mit dem damaligen Direktorium. Eigentümerin sämtlicher Teile ist die Stiftung Deutsches Schifffahrtsmuseum.

Lagerorte und Verwertung

Die Überreste verteilen sich aktuell auf das Forschungsdepot des DSM, eine Lagerfläche beim Unternehmen Famo sowie ein Areal am Westkai. Zusätzliche Lagerkosten entstehen derzeit nicht, da die Teile nur einen geringen Anteil des auf vom Land Bremen finanzierten Mietflächen aufbewahrten Gesamtsammlungsbestandes ausmachen. Verkauft wurden die Wrackteile bislang nicht, mit Ausnahme von nicht schadstoffbelastetem Holz: Dieses wurde zu Uhren und Schlüsselanhängern verarbeitet. Nach Abzug der Herstellungskosten verblieben Bruttoerlöse von 30.942,53 Euro, die für den Stiftungszweck des DSM verwendet wurden. Seit 2021 wurden keine weiteren Teile entnommen, und zur künftigen öffentlichen Präsentation machte der Magistrat keine Angaben.

Hintergrund und Geschichte des Schiffes

Das Schiff lief 1919 in Mississippi (USA) als Viermast-Gaffelschoner „Elizabeth Bandi“ vom Stapel. Reeder John T. Essberger kaufte das Schiff 1938, ließ es zur Bark umbauen und taufte es auf den Namen „Seute Deern“. Nach einem Wassereinbruch und dem anschließenden Sinken im Hafen von Emden im Jahr 1965 erreichte das Schiff 1966 Bremerhaven. Im Jahr 1972 schenkte die Stadt Bremerhaven die Bark dem neu gegründeten DSM. Nach einem Schwelbrand im Restaurantbereich im Februar 2019 sank das Schiff am 30. August 2019 im Alten Hafen nach dem Ausfall der Lenzpumpen. Da eine Sanierung laut Gutachten nicht wirtschaftlich war, wurde das Wrack ab Januar 2021 an der Baltimore-Pier zerlegt.

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