Beliebter Zwischenstopp an der Elbe: Camper schätzen den Stellplatz in Brokdorf
Der Wohnmobilstellplatz am Brokdorfer Deich zieht Urlauber aus verschiedenen Teilen Europas an. Die Reisenden nutzen den Ort für Erholung und Erkundungstouren entlang der Elbe.
Routenänderung wegen Waldbränden
Arne Nielsen (79) und Grete Nielsen (77) aus dem dänischen Esbjerg machen auf ihrer Reise Halt in Brokdorf. Seit 40 Jahren sind sie Camper, legen diese Fünf-Wochen-Tour über rund 2800 Kilometer jedoch erstmals im eigenen Wohnmobil zurück. Nach Stopps in Friedrichstadt und Brunsbüttel steuerten sie Brokdorf an. „Hier ist es gemütlich wie zu Hause, weil wir die Landschaft schon kennen“, schwärmt Grete Nielsen. Ursprünglich wollte das Paar nach Bordeaux reisen, änderte wegen Berichten über Waldbrände in Frankreich jedoch die Route. Nun soll die Fahrt über Bilbao und Santander nach Porto führen. Vor der Weiterreise planen sie eine Fahrradtour in Brokdorf. Pünktlich zum zweiten Geburtstag ihrer Urenkelin im dänischen Seeland wollen sie zurück in der Heimat sein.
Begegnungen am Deich
Auch Erika Bach (71) und Toni Bach (72) aus Fürth im Odenwald stoppten in Brokdorf. Sie sind zu einer 70. Geburtstagsfeier einer ehemaligen Kollegin nach Trennewurth eingeladen und hängen eine zweiwöchige Reise von etwa 1500 Kilometern an. Um Hamburg wegen eines Staus an der Elbfähre zu umfahren, wählten sie den Weg über Glückstadt nach Brokdorf. Über ihren vorherigen Stopp in Stade berichtet Erika Bach: „Der Hafen war wunderschön.“ Über Brokdorf äußert sie: „Hier ist es schön“. Weiterreiseziele sind Lübeck und die Lüneburger Heide.
Ein pensioniertes Ehepaar aus Bad Hersfeld, das nicht namentlich genannt werden möchte, plant eine Reise über die Küste nach Dänemark und weiter über Rømø nach Sylt. Der ehemalige Beamte sagt zur Zeitplanung: „wir sind da flexibel“. Er schätzt die Lage am Deich und erklärt: „Wir haben abends das Meer und brauchen keinen Luxus“. Zudem ergänzt er: „Wir brauchen Wellen und Schafe“.
Erfahrene Urlauber auf der Durchreise
Johann Klein (76) aus Königsbrunn bei Augsburg ist mit seiner Frau und zwei Enkeln unterwegs. Über seine Reisetätigkeit sagt er: „Wir sind alte Hasen“. Reiseziele wie Venedig oder Kroatien meidet er mit den Worten: „Das ist aber alles total überteuert“. Die Route der Familie führte stattdessen über Ostdeutschland in den Norden. „Im Vorbeifahren haben wir das ehemalige Wochenendhaus von Altkanzler Helmut Schmidt gesehen“, berichtet er. An Brokdorf schätzt Familie Klein das Grün, das maritime Flair und die Einkaufsmöglichkeiten. „Wir standen hier schon mal nachts um 1.30 Uhr mit dem Fernglas“, schildert Johann Klein. „Als die „Queen Mary“ vorbeikam, tanzten die Gäste oben auf dem Deck Walzer.“ Anschließend führt die Fahrt der Familie weiter nach Bremerhaven.