Arbeitslosenzahlen im Norden klettern leicht – Rekordwert in Hamburg
Die Erwerbslosigkeit in Deutschland verharrt im August über der Drei-Millionen-Marke. Während die Zahlen in den meisten Nordländern sommerbedingt geringfügig stiegen, verzeichnet Hamburg den höchsten Stand seit 20 Jahren.
Entwicklung auf Bundesebene und in den Nordländern
Die bundesweite Arbeitslosenquote legte laut Bundesagentur für Arbeit auf 6,5 Prozent zu, nach 6,4 Prozent im Juli. „Auch im August zeigt sich am Arbeitsmarkt jenseits des saisonüblichen Musters wenig Dynamik“, sagte BA-Chefin Andrea Nahles. Damit setze sich die verhaltene Entwicklung der vergangenen Monate fort, wie die Tagesschau meldet. Im Juli hatte die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit April wieder die Marke von drei Millionen übersprungen. Für die Statistik wurde auf Datenmaterial zurückgegriffen, das bis zum 13. August vorlag.In Niedersachsen veränderte sich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat kaum. Die Zahl der Arbeitslosen lag bei 282.421 Menschen, das waren 278 mehr als im Juli, so die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Hannover. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 6,3 Prozent. Im Vergleich zum August 2025 stieg die Zahl der Arbeitslosen im Bundesland um 2.181, die Quote lag damals bei 6,2 Prozent. Auf dem Ausbildungsmarkt sei nach den Sommerferien weiter viel Bewegung. In Niedersachsen hätten die Betriebe bis August 45.923 Ausbildungsstellen gemeldet, davon seien 11.087 noch unbesetzt. Gleichzeitig seien 10.553 junge Menschen im Land unversorgt. In Bremen legte die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls leicht zu auf 43.333 Menschen, 120 mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 11,5 Prozent.
Lage in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern
In Schleswig-Holstein liegt die Zahl der Erwerbslosen aktuell bei 97.800, was ein Plus von 1.000 oder 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat Juli bedeutet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl um 1.000 und damit um 1,0 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 6,0 Prozent, im August 2025 lag sie bei 5,9 Prozent. Der Anstieg gegenüber dem Vormonat Juli komme nicht überraschend, da sich die jahreszeitlich übliche Sommerflaute auch im August fortsetze, so Vize-Chef der Regionaldirektion Nord in Kiel Thomas Letixerant. Wer aktuell Personal suche, habe jetzt gute Chancen, Fachkräfte zu gewinnen. Aktuell haben die Arbeitsagenturen 22.300 sozialversicherungspflichtige Stellen im Bestand. Im August 2025 waren es 22.000. Gesucht wird speziell im Gesundheits- und Sozialwesen, im verarbeitenden Gewerbe, im Handel, bei den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie im Baugewerbe.Auch in Mecklenburg-Vorpommern stieg die Zahl der Arbeitslosen im August auf 64.200 Menschen – 1,2 Prozent mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote beträgt weiter 7,8 Prozent. Thomas Letixerant bezeichnete den jüngsten Anstieg als jahreszeitlich typisch und mit der Sommerpause erklärbar. Im Vergleich zum August 2025 waren 1.500 Menschen weniger ohne Job. Zugleich sank auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, im Juli gab es 3.300 Jobs weniger als ein Jahr zuvor. Beobachter erklären das Sinken beider Werte mit dem demografischen Wandel. Die Personalnachfrage ist mit rund 15.200 offenen Stellen stabil.
Höchststand seit 20 Jahren in Hamburg
In Hamburg erreichte die Zahl der Arbeitslosen den höchsten Stand seit 20 Jahren. Im August waren fast 97.800 Männer und Frauen ohne Arbeit, was den höchsten Wert seit Mai 2006 darstellt, teilte die Agentur für Arbeit Hamburg mit. Im Vergleich zum Vormonat waren 946 Menschen oder 1 Prozent mehr ohne Arbeit. Gegenüber August des Vorjahres hat sich die Zahl der Arbeitslosen um rund 1.430 oder 1,5 Prozent erhöht. Die Arbeitslosenquote lag im August bei 8,6 Prozent. Überdurchschnittlich stieg die Anzahl der arbeitslosen jungen Menschen unter 25 Jahren. Mehr als 2.100 freie Ausbildungsplätze stehen in Hamburg noch zur Verfügung.Die Agentur für Arbeit sieht aber auch eine positive Entwicklung: Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen steigt seit einem halben Jahr kontinuierlich und erreichte mit mehr als 15.200 Stellen den höchsten Stand seit März vergangenen Jahres. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung entwickelte sich positiv und liegt mit 1,088 Millionen Beschäftigten über dem Niveau des Vormonats und des Vorjahresmonats.