Geplante Weservertiefung: Kreis Cuxhaven knüpft Zustimmung an Bau von Schöpfwerken
Der Kreis Cuxhaven fordert im Zuge der geplanten Weservertiefung den Bau neuer Schöpfwerke. Grund dafür sind steigende Risiken durch Sturmfluten und erschwerte Entwässerungsbedingungen im Hinterland.
Der Weltklimarat der Vereinten Nationen prognostiziert bis zum Jahr 2100 einen Anstieg des Meeresspiegels um 30 bis 100 Zentimeter. Dadurch würden auch Sturmfluten deutlich höher auflaufen, erklärt Marcus Rudolph, Leiter des Fachbereichs Wasserwirtschaft beim Kreis. In Niedersachsen sollen die Deiche zwar um einen Meter erhöht werden, doch ein Deichbruch lässt sich nie völlig ausschließen. Das zeigt auch eine Modellrechnung der Bundesanstalt für Wasserbau sowie der Forschungsstelle Küste. Nach aktuellen Berechnungen könnte eine extrem schwere Sturmflut fast zwei Meter höher auflaufen als vor 50 Jahren. Bei einem Deichschaden stünden die gesamte Wurster Nordseeküste bis fast nach Cuxhaven, große Teile Bremerhavens und die komplette Geesteniederung unter Wasser, wie die Nordsee-Zeitung berichtet.
Bedenken im Umland und Forderung nach Schöpfwerken
Neben der Sturmflutgefahr bereitet den Kreispolitikern vor allem die Entwässerung des Hinterlands Sorge, da diese bei starken Regenfällen und dauerhaftem stürmischem Westwind nicht mehr ausreichend funktioniert. Um das Festland vor Überschwemmungen zu schützen, fordert der Kreis Cuxhaven nun den Bau von Schöpfwerken in den Häfen von Dorum und Wremen, am Grauwallkanal sowie an der Geestemündung als Voraussetzung für eine Zustimmung zur Weservertiefung. „Wir brauchen die Pumpen, damit das Hinterland nicht absäuft“, sagt Marcus Rudolph.Seit Jahrzehnten kämpfen das Land Bremen und Hafenpolitiker aus Bremerhaven für die Vertiefung der Weser, damit Container-Riesen mit einem Tiefgang von 13,50 Metern den Hafen jederzeit anlaufen können. Da die Fahrrinne bis Brake vertieft werden soll, ziehen Bremen und Niedersachsen grundsätzlich an einem Strang, wenngleich die Grünen in beiden Landesregierungen dem Vorhaben skeptisch gegenüberstehen. Ein erster Anlauf war 2016 vor dem Bundesverwaltungsgericht gescheitert, nachdem der BUND geklagt hatte und erhebliche Mängel beim Umwelt- und Naturschutz festgestellt worden waren. Daraufhin wurde der ökologisch besonders sensible Bereich von Brake bis Bremen aus dem Verfahren herausgenommen. Nach Auskunft der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt soll der Antrag auf Planfeststellung nun im November eingereicht werden.