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Historischer Walfang: Wie Föhr und Amrum die Arktis ansteuerten

Im 17. und 18. Jahrhundert fuhren hunderte Männer von Föhr und Amrum zur Grönlandfahrt ins Eismeer. Die Spuren dieser Ära prägen das Bild der Nordseeinseln bis heute.

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Wale gucken ist heute zum Glück entspannter als damals. — Rocky, Chefkolumnist
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Im 17. und 18. Jahrhundert war die Grönlandfahrt für viele Männer auf Föhr und Amrum ein zentraler Erwerbszweig. Bis zu 1500 Föhrer heuerten zeitweise jährlich auf Walfängern an, während auch Insulaner von Amrum ins Eismeer zogen. Die Spuren dieser historischen Epoche prägen beide Nordseeinseln bis heute.

Arbeitsplatz Eismeer und Aufstieg zu Commandeuren

Im 17. und 18. Jahrhundert lag der Arbeitsplatz vieler Föhrer weit entfernt im Eismeer. Auf niederländischen und hamburgischen Schiffen gingen sie auf Waljagd. Anfang des 18. Jahrhunderts stammte rund ein Drittel der hamburgischen Walfangkommandeure von Föhr. Viele der gut ausgebildeten Seeleute stiegen zu Steuerleuten und Commandeuren auf, den Führern der Walfangschiffe. Der bekannteste unter ihnen war Matthias Petersen aus Oldsum, genannt der „Glückliche Matthias“. Laut Inschrift seines Grabsteins in Süderende fing er im Laufe seines Lebens 373 Wale und brachte es zu außergewöhnlichem Wohlstand.

Folgen für das Inselleben und sichtbare Zeugnisse

Die monatelange Abwesenheit der Männer veränderte auch das Leben auf den Inseln. Frauen mussten Familie und Alltag weitgehend allein bewältigen. Zugleich brachte die Grönlandfahrt Geld auf die Insel, wie die shz berichtet. Kapitänshäuser und die „sprechenden Grabsteine“ auf den Föhrer Kirchhöfen erinnern noch heute an diese Epoche. Auch Amrumer fuhren zum Walfang, doch die Nachbarinsel stellte wesentlich weniger Commandeure und Mannschaften als Föhr, da dort die Handelsschifffahrt größere Bedeutung gewann. Zeugnisse der Grönlandfahrt finden sich dennoch, etwa auf dem historischen Friedhof von St. Clemens in Nebel.

Rückgang der Walbestände und Wandel

Als die Walbestände zurückgingen, verloren die Fangfahrten schließlich an Bedeutung. Viele Föhrer wechselten daraufhin in die Handelsschifffahrt. Geblieben ist das Erbe einer Zeit, in der Föhr zu den bedeutendsten Walfängerinseln der Nordsee gehörte.

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