Große Offshore-Windpark-Exkursion auf der Nordsee geplant
Der Verband WAB und die Messe „Husum Wind“ veranstalten am 31. August eine Fachtour per Katamaran durch Nordsee-Windparks. An Bord informieren Experten über die Entwicklung der Offshore-Windkraft von den Anfängen bis heute.
Blick auf die Entwicklung der Windkraft
Laut Plan der Veranstalter könnten 25 bis 28 Windparks auf der Route liegen. „Wir wollen die Entwicklung von der ersten Anlage bis zu denen zeigen, die gerade erst fertig gebaut worden sind“, erklärt Knut Kiesow von der WAB. An ausgewählten Stationen der Fahrt mit dem Katamaran der Reederei FRS Helgoline sollen Fachkräfte technische Hintergründe, aktuelle Entwicklungen sowie Herausforderungen für den weiteren Ausbau vermitteln. Die Exkursion soll den Wandel der vergangenen 15 Jahre verdeutlichen – von den ersten Pilotprojekten bis hin zu heutigen Windturbinen mit einer Leistung von bis zu 15 Megawatt. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in verschiedene Phasen der Wertschöpfungskette von der Planung über die Netzanbindung bis zum Betrieb der Anlagen. Welche Projekte tatsächlich angesteuert oder passiert werden, hängt von den Wetterbedingungen ab. Den ersten Termin mussten die Veranstalter absagen: „Den ersten Termin haben wir es absagen müssen, da war zu viel Wind und Wellen.“
Hintergrund des Verbandes und politische Forderungen
Veranstalter der Exkursion sind die WAB mit Sitz in Bremerhaven sowie die Messe Husum & Congress. Der Verband versteht sich als bundesweiter Ansprechpartner für die Offshore-Windindustrie, als Onshore-Netzwerk im Nordwesten und als Unterstützer der Produktion von grünem Wasserstoff aus Windstrom. Dem Verband gehören nach eigenen Angaben mehr als 200 kleinere und größere Unternehmen sowie Institute aus der Windindustrie, der maritimen Industrie, der entstehenden Wasserstoffwirtschaft und der Forschung an. Über seine Mitglieder vertritt der Verband rund 160.000 Fachkräfte.
WAB-Geschäftsführer Markus Nölke verbindet mit der Tour auch eine politische Botschaft. Der weitere Ausbau der Offshore-Windenergie müsse „zügig, ambitioniert und konsequent“ umgesetzt werden, heißt es in der Mitteilung. Nölke fordert darin unter anderem eine Reform des Windenergie-auf-See-Gesetzes und eine schnelle Wiederaufnahme der Ausschreibungen für neue Projektflächen.
Bedeutung des Standorts Cuxhaven und Messetermin
Die Anlagen in der deutschen Nord- und Ostsee haben nach Angaben der WAB inzwischen die Marke von zehn Gigawatt installierter Leistung überschritten. Die Bundesregierung hält zudem an dem Ziel fest, die installierte Offshore-Leistung bis 2045 auf 70 Gigawatt zu steigern. Für Cuxhaven ist die Verbindung vor allem wirtschaftlicher Natur: Die Agentur für Wirtschaftsförderung Cuxhaven, die den Standort als Offshore-Industriezentrum vermarktet, tritt als Sponsor auf. Cuxhaven gilt als wichtiger Standort für Offshore-Logistik, Errichtung und Wartung von Windparks. Die eigentliche Messe findet vom 14. bis 17. September 2027 in Husum statt. Nach Angaben der Veranstalter werden mehr als 600 Ausstellende und über 12.000 Fachbesuchende erwartet.