Neun Insolvenzen im Bremerhavener Fischereihafen: Land sieht keine Möglichkeit für Beihilfen
Innerhalb von elf Monaten haben neun Unternehmen im Bremerhavener Fischereihafen Insolvenz angemeldet. Ein Bericht des Wirtschaftsressorts verweist auf rechtliche Hürden für staatliche Hilfen und schwierige Marktbedingungen.
Zuletzt betraf die Insolvenzwelle die Schoppenhauer GmbH sowie Seafood Service Gebrüder Schöne. Auch die Abelmann Holding, Isey Fischimport, die Fimex Tiefkühl GmbH, der Wilhelm Petersen Fischgroßhandel und Matos Seafood mussten Insolvenz anmelden. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion verlangte daher einen Bericht darüber, welche Unterstützungsmöglichkeiten das Wirtschaftsressort oder die Fischereihafen-Betriebsgesellschaft (FBG) bieten können, wie die Nordsee-Zeitung berichtet.
Schwierige Marktbedingungen und EU-Bürokratie
In dem Bericht schildert das Ressort die aktuellen schwierigen Marktbedingungen, mit denen die Branche zu kämpfen hat. Als Ursachen werden hohe Rohwarenpreise, die internationale Konkurrenz um begrenzte Fischbestände, steigende Energie- und Personalkosten, bürokratische Anforderungen durch die Europäische Union sowie Unsicherheiten in den globalen Lieferketten angeführt. Mit diesen Problemen habe nicht nur der Fischereihafen zu kämpfen; bundesweit gebe es eine steigende Anzahl von Insolvenzen und steigende Arbeitslosigkeit.Grundsätzlich, so der Ressortbericht weiter, würden „strukturelle Anpassungs- und Konsolidierungsprozesse“ in Branchen mit hohem Wettbewerbsdruck eine „unvermeidliche Erscheinung darstellen“. Sie sorgten für Effizienzsteigerungen. Für von Insolvenz betroffene Unternehmen bedeute das eine große Herausforderung. Gleichzeitig eröffneten sie Chancen für neue Betriebe. „Somit sind diese Entwicklungen nicht nur als Risiken, sondern auch als potenzielle Wachstums- und Innovationsimpulse für die gesamte Branche zu betrachten“, heißt es in dem Bericht.