Botschafter des Warnemünder Leuchtturms besucht den Kleinen Preußen in Wremen
André Kroboth hat im Rahmen der Europäischen Leuchtturmroute das Wahrzeichen in Wremen besucht. Der Antrittsbesuch würdigt das ehrenamtliche Engagement vor Ort.
Pünktlich um 10 Uhr begrüßten Henning Siats und Willy Jagielki gemeinsam mit den ehrenamtlichen Leuchtturmwärtern des Wremer Heimatkreises, Rüdiger Ganslandt und Walter Heyrodt, einen besonderen Gast: André Kroboth, den neuen Botschafter des Warnemünder Leuchtturms. Sein Besuch beim Kleinen Preußen gehört zu den ersten Terminen im neuen Amt und ist zugleich Auftakt seiner Tätigkeit innerhalb der Europäischen Leuchtturmroute, wie die Nordsee-Zeitung berichtet. Der Kleine Preuße gehört zu den Gründungsmitgliedern dieses Netzwerks, das maritime Kulturgeschichte bewahrt und Menschen miteinander verbindet. Vor Ort lebt diese Idee von Ehrenamtlichen, Vereinen und Bürgern, die ihre Leuchttürme erhalten und zugänglich machen.
Den Kleinen Preußen halten seit Jahren der Heimatkreis und die Leuchtturmwärter von Wremen am Leuchten. Rüdiger Ganslandt bleibt gemeinsam mit Walter Heyrodt, der stolze 92 Lebensjahre zählt, in der Ausstellung im Eingangsbereich. Henning Siats und Willy Jagielki begleiten ihren Gast in den Turm. 28 Stufen geht es hinauf, zehn Meter hoch. Zwischen historischen Fotos und technischen Details wird deutlich, dass der Kleine Preuße weit mehr als ein Ausstellungsobjekt ist und vom ehrenamtlichen Engagement erzählt.
Geschichte des Wahrzeichens
„Der Kleine Preuße ist 1906 als Quermarkenfeuer am Wremer Deich errichtet worden“, erzählt Willy Jagielki. „1930 wurde der Turm dort abgebaut und als Spitze des Oberfeuers Imsum installiert.“ Mit dem Abbruch des Oberfeuers im Jahr 1967 verschwand auch der Kleine Preuße von der Bildfläche. Institutionen sowie Heimat- und Leuchtturmfreunde setzten sich für einen Nachbau ein. Im Jahr 2005 nahm der neue, markant schwarz-weiß gestreifte Küstenkerl im Kleinformat seinen Platz am Wremer Kutterhafen ein und wurde erneut zum Wahrzeichen.
Heute sorgen die Wremer Leuchtturmwärter dafür, dass die schwere eiserne Eingangstür regelmäßig für Besucher offensteht. Sie erzählen von der bewegten Geschichte des einstigen Quermarkenfeuers und kümmern sich um das Trauzimmer auf halber Turmhöhe, eine Außenstelle des Standesamtes. Immer wieder zieht es Brautpaare für ihr Ja-Wort an diesen Ort. „Bis zum heutigen Tage waren es mehr als 1300 Paare“, freut sich Willy Jagielki.
Engagement für maritime Kultur
Auf der Galerie genießt André Kroboth die Weite des Wattenmeeres. Leuchttürme sind Kroboths Zuhause: Schon als Kind blickte er durch das Dachfenster auf das Warnemünder Wahrzeichen in seiner Heimat. 30 Jahre lang führte Kroboth zu dessen Füßen eine Bar. Seine neue Aufgabe als Botschafter – das Amt wurde ihm feierlich vom Förderverein Warnemünder Leuchtturm verliehen – sieht er darin, Menschen zu besuchen und miteinander zu vernetzen, die sich ebenso wie er den maritimen Bauwerken verschrieben haben. Auch Vorträge gehören dazu. „Überall kümmern sich Menschen mit derselben Leidenschaft um ihre Leuchttürme“, sagt der Leuchtturm-Fan.
Diese Menschen leisteten Außerordentliches, betont Kroboth. Ihr ehrenamtliches Engagement habe einen großen Anteil daran, dass zahlreiche Leuchttürme erhalten blieben. „Oft heißt es, die Türme seien alt und hätten keine Funktion mehr. Die Ehrenamtlichen sorgen für den Erhalt der Leuchttürme, erzählen von ihrer Geschichte und öffnen sie für Besucher.“
Stärkung der Zusammenarbeit
Als Botschafter des Warnemünder Leuchtturms möchte Kroboth die Zusammenarbeit der Leuchtturmstandorte stärken und die Idee einer europäischen Gemeinschaft maritimer Kultur weitertragen. Sein Antrittsbesuch in Wremen ist deshalb mehr als ein höflicher Termin. Er ist ein Zeichen der Verbundenheit mit all jenen Menschen, die sich an unterschiedlichen Orten der Liebe zu den Leuchttürmen verschrieben haben. „Leuchttürme weisen nicht nur Schiffen den Weg. Manchmal verbinden sie auch Menschen“, sagt Kroboth. Er verlässt die Wremer Leuchtturmwärter an diesem Freitag nicht nur als offizieller Botschafter, sondern zieht weiter als neuer Freund.